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Vorsicht! Im Alter droht Mangel- und Unterernährung

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jedes fünfte Kind in Deutschland Übergewicht. Bei den Jugendlichen ist es sogar jeder Dritte. Doch Übergewicht - ein Dauerlieblingsthema der Deutschen - ist nur die eine Seite der Medaille.

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich in den vergangenen Jahren ein zweites Problemfeld aufgetan: Viele ältere Menschen essen zu wenig und sind untergewichtig oder krankhaft mangelernährt!

Wie das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET) in einer aktuellen Untersuchung herausgefunden hat, weisen 83 Prozent der älteren Menschen in Institutionen und 31 Prozent der zuhause lebenden Senioren mindestens einen, aber meistens mehrere mangelhafte Ernährungsparameter auf.

Doch wie kommt es zu diesen Mängeln? Die Gründe sind vielschichtig. Eingeschränkte körperliche Aktivität schmälert den Appetit. Schwierigkeiten beim Einkaufen oder dem Zubereiten von Mahlzeiten sorgen für einen "freiwilligen Verzicht". Gleiches gilt für eventuelle Probleme mit den "dritten Zähnen". Auch soziale und psychosoziale Faktoren, das Einkommen oder das soziale Umfeld nehmen Einfluss auf den Ernährungsstatus. Zudem sorgt die Abnahme der Geschmacksknospen und die daraus resultierende "Geschmacksmüdigkeit" im Alter dafür, dass viele Senioren primär "süß" essen, weil sie diese Geschmacksqualität besonders gut wahrnehmen können.

Die Folgen sind fatal, denn ohne die richtige Ernährung, ist die Gefahr, krank zu werden, besonders groß - natürlich auch im Alter.

Grundsätzlich gilt: Gesunde, ältere Menschen brauchen keine Schonkost. Gerade im höheren Alter sollten sie zu gut gewürzten Speisen greifen, die ihrem eingeschränkten Geschmacksempfinden Rechnung tragen. Wichtig ist allerdings die Beachtung der individuellen Verträglichkeit. Um möglichst lange gesund und leistungsfähig zu bleiben, sollten Ältere ganz besonders darauf achten, dass ihre Ernährung alle für den Körper notwendigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Menge enthält.

Die folgende PDF-Datei (Tabelle) soll darüber Auskunft geben, was in welchen Mengen für eine ausgewogene Ernährung wichtig ist.
 
Tabelle (PDF-Datei)

Wichtig ist außerdem, dass die Ernährung auf den geringeren Energiebedarf im Alter abgestimmt ist, denn der Kalorienbedarf des Menschen nimmt mit laufendem Alter stetig ab, während der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen nahezu unverändert bleibt. Ein 60jähriger braucht beispielsweise pro Tag rund 25 % weniger Kalorien als ein 30jähriger.

Bezüglich der Hauptnährstoffe gelten für ältere Menschen die gleichen Empfehlungen wie für jüngere: Ausreichend Kohlenhydrate und Eiweiß, möglichst sparsam mit Fett umgehen.

Wichtige Nährstoffe sind in Reis, Teigwaren und Brotwaren enthalten. Außerdem sollten täglich Gemüse und Salat auf dem Speiseplan stehen, genau wie Milch, Milchprodukte und frisches Obst. Wer dann noch jede Woche ein- bis zweimal Seefisch, zwei- bis dreimal (mageres) Fleisch und ansonsten vegetarische Gerichte zu sich nimmt, hat eigentlich schon fast alles richtig gemacht und auch einen Großteil seines täglichen Vitaminbedarfs gedeckt.

Allerdings sollte man ganz besonders darauf achten, dass gerade Vitamine im Alter nicht mehr so gut resorbiert werden. Vitamine sind lebenswichtige Nährstoffe, die mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Sie sorgen für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Im Körper steuern die Vitamine biochemische Abläufe. Viele Vitamine sind für die Verwertung der Nährstoffe notwendig. Die zusätzliche Einnahme von Multivitamin-Präparaten aus der Apotheke kann darum gerade im Alter besonders vorteilhaft sein.

Und noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Senioren müssen auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Viele Ältere trinken zu wenig. Täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter sind Pflicht, am besten stilles Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees und verdünnte Fruchtsäfte. Kaffee sollte nicht mitgerechnet werden. Und weil bei Älteren oft kein Durstgefühl vorhanden ist, sollte am Besten immer eines der genannten Getränke in der Nähe stehen, um einen daran zu erinnern, dass man viel trinken muss.
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