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Urlaubszeit ist Fußpilz-Zeit
Er lauert überall: der "Tinea Pedis" - auf deutsch: der Fußpilz. Gerade in der Sommerzeit und in Urlaubsländern ist besondere Vorsicht geboten, denn Fußpilz ist nicht nur eine der häufigsten Hauterkrankungen, die es gibt, sondern auch eine, über die man - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht einfach leichtfertig hinweggehen sollte.
Bei nicht richtiger oder frühzeitigem Abbruch der Behandlung kann nämlich schnell aus dem zwar unangenehmen, aber nicht wirklich schlimmen Jucken zwischen den Zehen eine ernste Nagelpilzerkrankung werden, die der Arzt dann nur noch in langwierigen Therapien mit Antibiotika und speziellen Anti-Pilztabletten bekämpfen kann.
Rund ein Drittel der Deutschen leidet unter Fußpilz. Das hat erst kürzlich eine Untersuchung an fast 19.000 Personen ergeben. Das eigentlich Erschreckende war aber, dass nur die wenigsten der Betroffenen das lästige Jucken oder die Hautrötung zwischen den Zehen, an Fußsohle und Fußrücken oder die veränderten Fußnägel überhaupt mit einer Erkrankung in Verbindung gebracht haben. Die meisten wussten also gar nicht, dass sie unter Fußpilz litten. Und darin liegt auch die große Gefahr des Fußpilzes. Solange er nämlich unentdeckt und unbehandelt bleibt, kann er sich ausbreiten und beispielsweise durch den Teppichboden in der Wohnung, den Badezimmer-Vorleger oder die Anti-Rutsch-Matte in der Dusche auch Familienmitglieder infizieren.
Gerade jetzt in den Sommermonaten ist wieder "Fußpilz-Zeit", denn jetzt wird wieder besonders viel barfuß gelaufen. Egal ob im Schwimmbad, den Duscheinrichtungen in Fitness- oder Sportcentern oder - oft vernachlässigt - in Hotelzimmern mit dem üblichen, dicken Teppichboden - Die Fußpilz-Gefahr lauert überall.
Werden in Hotels nämlich die Bäder und Sanitärbereiche der Zimmer zumeist noch regelmäßig desinfiziert, so können sich die Sporen, die zur Pilzinfektion führen, im Teppichboden bei südlich-warmem Klima geradezu ideal ausbreiten. Hier überleben sie oft mehrere Wochen, bleiben ansteckend und warten nur auf ein neues Opfer.
Die feuchtwarme Situation in geschlossenen Schuhen bietet zusätzlich ideale Bedingungen für die Ausbreitung des Fußpilzes. Als besonders gefährlich sind hier die nach wie vor nicht nur bei Jugendlichen so beliebten Turnschuhe anzusehen. Nicht umsonst spricht die Turnschuh-Nation Nummer Eins, die USA, bei Fußpilz auch von "Athlete´s foot".
Doch wie kann man sich schützen? Die wichtigste Grundregel lautet "Laufen Sie nie dort barfuß, wo es auch andere Menschen tun, die Sie nicht kennen!" In Schwimmbädern, öffentlichen Duschen und Hotelzimmern sollte man immer zumindest Badeschuhe tragen. Wer atmungsaktive Lederschuhe oder bei warmem Wetter Sandalen und Strümpfe aus Naturfasern (täglich wechseln!) trägt, leicht schwitzende Füße eventuell mit desodorierenden Cremes oder Sprays trocken hält und nach dem Baden immer die Zehenzwischenräume gut abtrocknet, hat zumindest schon einmal die größten Gefahrenquellen ausgeschaltet.
Trotzdem gilt gerade im Sommer: Inspizieren Sie Ihre Füße regelmäßig! Hat sich der Pilz nämlich erst mal häuslich niedergelassen, kann es schwierig werden, ihn wieder los zu bekommen. Zu Beginn der Erkrankung sind die Symptome nur leicht ausgeprägt. Erster Hinweis ist oft ein Jucken zwischen den Zehen. Meistens beginnt die Fußpilzerkrankung zwischen dem dritten und vierten oder dem vierten und fünften Zeh. Oft ist die Haut dort aufgequollen, rissig oder gerötet. Manchmal bilden sich auch kleine Bläschen. Im weiteren Verlauf schuppt und brennt die Haut. Auch die Fußränder, die Fußsohlen und die Fersen können betroffen sein.
Was tun, wenn einen der Fußpilz ereilt hat? In der Apotheke gibt es heute zahlreiche rezeptfreie Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen, sogenannte Antimykotika. Grundsätzlich kann man diese in zwei Gruppen unterteilen. In Mittel zur örtlichen Anwendung und in Medikamente, die von innen wirken. Bei leichtem Fußpilz - etwa in den Zehzwischenräumen - reichen in der Regel Salben, Cremes oder Sprays, die einen der bewährten Wirkstoffe wie beispielsweise Miconazol, Clotrimazol oder Nystatin enthalten. Falls sich die oberflächliche Pilzerkrankung ausbreitet und eventuell zu einem Nagelpilz ausweitet, oder falls der Pilz trotz Behandlung immer wieder kommt, haben sich auch Präparate bewährt, die den Pilz "von innen" bekämpfen.
Ausschlaggebend für den Erfolg einer Therapie ist immer, dass die Behandlung auch nach Abklingen der Symptome noch mindestens zwei bis drei Wochen fortgesetzt wird. Denn: Nur weil man den Pilz bzw. seine Auswirkungen nicht mehr sieht, bedeutet dies noch lange nicht, dass er verschwunden ist. Verschiedene Pilzarten haben nämlich Sporen, die nach einer Infektion bis zu drei Jahre überleben, auch wenn die Erkrankung nicht mehr sichtbar ist. Sie sitzen tief im Gewebe und können die Krankheit wieder aktivieren, wenn die Bedingungen dafür günstig sind.
Gerade für Familien ist es wegen der hohen Ansteckungsgefahr besonders wichtig, bei einem Pilzbefall eines Familienmitglieds auch für alle anderen erhöhte Vorsicht walten zu lassen.
Sollte es trotz Behandlung nicht zu einem Abklingen der Symptome kommen, muss in jedem Fall der (Haut-) Arzt aufgesucht werden. Er schabt üblicherweise mit Hilfe eines Skalpells Schuppen vom Rand eines Infektionsherdes ab, um anschließend unter dem Mikroskop den Erreger zu klassifizieren und dann gezielt behandeln zu können.
Übrigens: Da der Fußpilz gerade in südlichen Urlaubsländern fast überall lauert, sollte auch die Reiseapotheke entsprechend ausgerüstet sein. Neben einem antimykotischen Mittel, dass bei ersten Anzeichen äußerlich angewendet werden kann, sollte sie auf jeden Fall auch medizinische Desinfektionsflüssigkeiten oder -sprays beinhalten, die zur Wundreinigung benutzt werden. Durch präventives Einsprühen oder Abspülen der Füße mit diesen Flüssigkeiten kann man die Pilze oftmals bereits abtöten, bevor diese ihre schädliche Wirkung entfalten. Schließlich möchte man sich die schönste Zeit des Jahres ja nicht durch einen Fußpilz verderben lassen, oder?
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