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So entspannen Sie richtig!

Irgendwie ist es schon merkwürdig, dass sich der Mensch in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit so schwer tut, "Ruhe zu geben", sich einfach zu entspannen. Aber gerade das ist es, was wir brauchen, um die tägliche körperliche sowie psychische Anspannung abzubauen, die sich nicht nur in unser Berufsleben sondern auch in Familie und Freizeit eingeschlichen hat. Denn Stress macht auf Dauer krank und darf auf keinen Fall leichtsinnig abgetan werden. Dabei ist es oft ganz einfach, sinnvolle Stressprophylaxe zu betreiben.

Die Gründe für Stress sind vielfältig und vor allem individuell, denn jeder empfindet Situationen, die zu selbigem führen, anders. In der wissenschaftlichen Forschung ist Stress ein relativ junger Begriff. Das Wort stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "stramm oder gespannt". Dieser körperliche wie seelische Zustand äußert sich zunächst einmal als sinnvolle Reaktion des Körpers auf Belastung. Er setzt Energien frei, die es zu verarbeiten gilt, übt also erst einmal einen durchaus positiven Einfluss auf uns aus. Diesen positiven Stress nennt man auch Eustress. Macht sich aber Überforderung breit, kippt der positive Stress schnell ins Negative, er wird zum sogenannten Distress. Die Übergänge sind fließend, und gerade das ist es, was den negativen Stress so gefährlich macht.

Achtung! Auf Körpersignale hören!
Grundsätzlich gilt darum: Hören Sie auf Ihre Körpersignale! Anspannung und Muskelverspannungen sind oft die ersten Anzeichen. Dann folgen Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Verdauungs- oder Schlafstörungen. Werden auch diese nicht beachtet, kommen Hormone, Herz-Kreislauf- und Immunsystem aus dem Rhythmus. Migräne, Herzleiden, Magengeschwüre, Infektionen oder andere schwerwiegende körperliche Erkrankungen sind nicht selten die Folge.

Um dem vorzubeugen, benötigt unser Körper ausreichend Ruhepausen und Phasen der Entspannung. Nur so kann die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit erhalten bzw. wieder gewonnen werden. Wie aber schafft man es, sich fallen zu lassen, um Verspannungen und Ängste abzubauen?
Die Möglichkeiten zur Erholung sind mindestens genauso vielfältig wie die auslösenden Stress-Faktoren. Grundsätzlich sollte man erst einmal versuchen, die Ursachen für den Stress zu ergründen. Vielleicht kann man sie ja ganz einfach ausschalten, indem man sich doch nicht alles so zu Herzen nimmt. Wenn man merkt, dass wieder einmal der sprichwörtliche "Blutdruck steigt", hilft es oft schon, sich einfach nur zurück zu lehnen, die Augen zu schließen und zwei bis drei Minuten bewusst tief ein- und auszuatmen. Regelmäßige Spaziergänge - wenn die Sonne lockt - bewirken ein Übriges.

Auch Sport baut Stress ab. Neben klassischen Ausdauer-Sportarten wie Laufen, Schwimmen oder Rad fahren, haben in den letzten Jahren bei uns im Zuge des Wellness-Trends uralte asiatische Entspannungstechniken wie Qi Gong oder Thai Chi rasenden Zulauf gefunden. Aber auch "Klassiker" wie Yoga helfen, Körper und Geist in Einklang zu bringen und zu entspannen.

Typischer Stressauslöser: Zeitmangel
Was aber soll man machen, wenn man mit der Bewegung auf Kriegsfuß steht? Oder wenn einfach die Zeit fehlt, eine Sportart regelmäßig auszuüben? Natürlich sollte man eigentlich versuchen, sich diese Zeit zu nehmen. Doch der Mangel an Zeit ist ja gerade einer der typischen Stress-Auslöser.

Zumindest für den Gang in die Apotheke sollte man sich dann die Zeit nehmen, denn die Natur hält heute eine Vielzahl von Möglichkeiten bereit, um Entspannung herbei zu führen. Wenn die Nerven stark beansprucht sind, können Heilpflanzen wie Johanniskraut, Baldrian, Melisse oder Lavendel helfen. Sie gibt es in verschiedenen Anwendungsformen als Tabletten, in flüssiger Form oder als Kapseln.

Zum Teil kann man sie aber auch als Badezusatz verwenden und damit einer uralten Tradition frönen. Schon Nofretete, die Gemahlin des ägyptischen Pharaos Echnaton, ließ sich nämlich um 1350 v. Ch. Bäder mit verschiedenen Zusätzen bereiten, um ihr Wohlbefinden zu steigern.

Inzwischen ist die heilende und entspannende Kraft von Bädern natürlich wissenschaftlich untersucht, und Wasseranwendungen kommen unter dem Namen "Hydrotherapie" gleichermaßen in der traditionellen wie in der naturheilkundlichen Medizin zur Anwendung.

Während des Bades gelangen die Heilsubstanzen aus entspannenden Kräutern und ätherischen Ölen in die Blut- und Lymphbahnen. Bei Stress haben sich hier besonders die Wirkstoffe aus Zedernholz, Baldrian, Lavendel und Melisse bewährt. Sie wirken beruhigend, entspannend, Nerven stärkend und Blutdruck senkend.

Grundregeln für ein entspannendes Bad
Allerdings muss man für das richtige Entspannungsbad einige Grundregeln beachten: Es sollten mindestens zwei Stunden seit der letzten Mahlzeit vergangen sein, die Wassertemperatur sollte mit 35 bis 37 Grad Celsius nicht zu heiß sein, und das Bad selbst sollte nicht länger als 20 bis 25 Minuten dauern. Danach soll man unbedingt mindestens eine Stunde ruhen. Nur dann stellt sich der gewünschte Entspannungseffekt auch wirklich ein.

Abschließend noch ein kleiner, profan klingender, aber dennoch sehr wirkungsvoller Tipp: Gönnen Sie sich einfach einmal Ruhe! Das ist kein Zeichen von Schwäche. Unser Körper braucht seine Ruhephasen. Nur dann kann er auch Leistungsbereitschaft zeigen, wenn diese gefordert wird. Wie sagte doch der bekannte deutsche Automobilmanager Wolfgang Habbel (Audi) einmal: "Natürlich kann ich jeden Abend und am Wochenende einen Aktenkoffer mit nach Hause nehmen. Aber damit tue ich weder mir noch dem Unternehmen einen Gefallen. Um etwas leisten zu können, muss man entspannt und ausgeglichen sein."
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