Rezeptfreie Medikamente gegen Osteoporose

1. Was ist Osteoporose?
Osteoporose ist eine Erkrankung des Skelettsystems und tritt fast in aller Regel erst im höheren Alter auf. Vor allem Frauen sind betroffen, sie leiden acht- bis zehnmal so häufig an Osteoporose wie Männer. Charakteristisch für die Krankheit ist eine Verminderung der Knochenmasse (Knochenschwund) und eine gestörte Knochengewebestruktur. Dadurch erhöht sich die Gefahr eines Knochenbruchs.

2. Was sind die Ursachen von Osteoporose?
Die Knochen befinden sich - wie andere Gewebe auch - in einem kontinuierlichen Umbau. Während die Osteoklasten (Knochenfresszellen) die alte Substanz abbauen, stellen die Osteoblasten (Knochenbildungszellen) neue bereit. In der Regel halten sich Auf- und Abbau die Waage. Im Alter von 35 bis 40 Jahren setzt der natürliche Alterungsprozess der Knochen ein: Die Knochenbildungszellen können mit dem Abbau nicht mehr Schritt halten und die Knochenmasse nimmt stetig ab. Bis zum 70. Lebensjahr können die Knochen rund ein Drittel ihrer Masse verlieren. Das ist jedoch normal und kein Grund zur Beunruhigung, weil die Knochen im Alter auch weniger beansprucht werden. Kritisch wird es erst dann, wenn der Knochenabbau das normale Maß überschreitet. Dafür gibt es verschiedene Ursachen: Frühzeitige Wechseljahre (bei Frauen), verringerte Testosteronproduktion (bei Männern), Rauchen, Alkoholismus, chronische Krankheiten (rheumatische Gelenkerkrankungen, Magen-Darm-Leiden, Schilddrüsenüberfunktion) oder eine längerfristige Kortison-Therapie.

Osteoporose kann aber auch die Folge einer zu geringen Knochenmassenbildung im Kindesalter sein. Dies kann genetische Ursachen haben oder durch zu wenig Bewegung und zu geringe Kalziumaufnahme (Milchprodukte) verursacht werden. Um Kalzium aus dem Darm aufnehmen und in die Knochen einlagern zu können, benötigt der Körper Vitamin D. Dieses ist jedoch nur in wenigen Lebensmitteln, wie z.B. Fisch enthalten. Überwiegend wird es durch den Einfluss des Sonnenlichts in der Haut gebildet. Kein Wunder also, dass jugendliche Stubenhocker, wenn sie sich vorwiegend von Fast Food ernähren, nicht ausreichend mit Kalzium und Vitamin D versorgt werden.

3. Was kann man gegen Osteoporose tun?
Um Osteoporose vorzubeugen, sollte man bereits in jungen Jahren auf die Ernährung achten. Jüngere Menschen sollten mindestens 800 mg und ältere Menschen 1200 bis 1500 mg Kalzium pro Tag mit der Nahrung aufnehmen. Sehr gut lässt sich dieser Bedarf mit Milch und Milchprodukten decken. Da Phosphor die Verwertung von Kalzium erschwert, sollte man möglichst wenig Fertigprodukte und Cola-Getränke zu sich nehmen.

Von frühester Kindheit an sollte man gezielt alle Muskelgruppen trainieren und sich regelmäßig bewegen. Belastung stimuliert die Knochenbildungszellen. Spaziergänge an der frischen Luft, auch im Winter, sorgen dafür, dass der Körper ausreichend Vitamin D bilden kann.

Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sollte man vermeiden. Der jährliche Knochenverlust ist bei Rauchern ca. doppelt so hoch.

Beginnen die Wechseljahre bereits vor dem 45. Lebensjahr, sollte man eine Behandlung mit weiblichen Hormonen in Erwägung ziehen.

Menschen, die bereits an Osteoporose leiden, können mit einer gezielten Muskelkräftigung ihre Schmerzen lindern. Es gibt dazu spezielle Osteoporose-Gymnastik-Kurse. Gut geeignet ist auch Rückenschwimmen, weil die Wirbelsäule bei dieser Bewegung nicht belastet wird. Da die Beschwerden bei Belastung häufig zunehmen, sollten Osteoporosepatienten in einer Rückenschule richtiges Sitzen, Stehen und Tragen lernen. Schweres Tragen und Heben sollten generell vermieden werden.

4. Rezeptfreie Medikamente bei Osteoporose
Wer keine Milchprodukte verträgt und deshalb zuwenig Kalzium über die Nahrung aufnimmt, kann mit Kalzium-Tabletten aus der Apotheke für eine ausreichende Zufuhr sorgen. Viele dieser Präparate enthalten zusätzlich Vitamin D, das die Aufnahme von Kalzium unterstützt. Bei Frauen, die in die Wechseljahre kommen, kann eine Hormontherapie mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen helfen. Allerdings müssen diese Präparate vom Arzt verordnet werden. Wirkstoffe bei Osteoporose:
  • Kalzium
    Es ist für zahlreiche Körperfunktionen (Nerven, Muskeln, Herzrhythmus, Abwehrsystem, Blutgerinnung) von Bedeutung, vor allem aber für den Knochenstoffwechsel sowie als Mineralstoff für den Aufbau des Knochengerüstes und der Zähne erforderlich. Die Freisetzung oder Bindung von Kalzium im Organismus wird durch Hormone (Parathormon, Vitamin D3, Catecholamine, Calcitonin, Östrogene) gesteuert. Bei Kindern fördert Kalzium das Knochenwachstum und erhöht die Knochendichte. Bei älteren Menschen schützt Kalzium vor Knochenschwund.
  • Vitamin D
    Unter dem Einfluss von Sonnenlicht bildet die Haut Vitamin D3. Dieses beeinflusst den Calcium- und Phosphatstoffwechsel im Körper und ist wichtiger Bestandteil des Knochenstoffwechsels.

5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Rezeptfreie Arzneimittel sind in der Regel gut verträglich. Allerdings können auch bei diesen Präparaten unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.
  • Kalzium
    In seltenen Fällen kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen.
  • Vitamin D
    Bei Überdosierung kann zu Herzrhythmusstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust oder Nierensteinbildung kommen.

6. Wann zum Arzt?
Frauen sollten zum Arzt gehen, wenn im Alter von 40 Jahren Rückenschmerzen auftreten, wenn die Regel schon in jüngeren Jahren ausbleibt oder wenn sie in die Wechseljahre kommen. Männer sollten einen Arzt aufsuchen, wenn ihnen operativ die Hoden entfernt wurden oder wenn sie Medikamente nehmen, die die Wirkung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron unterdrücken.

Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Osteoporose gibt es auch in der Apotheke.


Rezeptfreie Arzneimittel
A-Z zum Thema
Ein Service des BAH - Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. Bonn - Copyright © 2010 - Nutzungsbedingungen - Impressum - Partner