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Rezeptfreie Medikamente bei Mangel an Spurenelementen
Was sind Spurenelemente? Die Hauptbestandteile unserer Nahrung sind Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Sie reichen aber alleine nicht aus, um eine gesunde Ernährung sicherzustellen. Zusätzlich sind bestimmte Bestandteile notwendig, die in winzigen Mengen unserem Körper zugeführt werden müssen, da er sie nicht selbst produzieren kann. Neben Vitaminen und Mineralstoffen sind die sogenannten Spurenelemente für viele Funktionen wichtig. Sie liegen nur in sehr geringen Konzentrationen (weniger als 50 mg/kg Körpergewicht) im Körper vor. Spurenelemente können in essentielle und nicht-essentielle Spurenelemente, d.h. lebensnotwendige und nicht-lebensnotwendige, eingeteilt werden. Bei einigen Spurenelemente ist es allerdings unklar, ob sie im Körper lebensnotwendige Funktionen erfüllen. Während zum Beispiel Jod und Eisen gesichert zu den essentiellen Spurenelemente gehören, ist dies bei Bor noch unklar. Trotz der geringen Konzentration im Körper kann ein Fehlen von essentiellen (lebensnotwendigen) Spurenelementen schwere Schäden hervorrufen, da sie wichtige Bestandteile von Enzymen, Vitaminen und Hormonen sind oder als Coenzyme bei bestimmten Stoffwechselreaktionen mitwirken. Andererseits kann eine zu hohe Aufnahme zu einer Vergiftung führen, da einige Spurenelemente hochgiftig für den Menschen sind. - Arsen:
Die eigentlichen Aufgaben von Arsen im Stoffwechsel konnten noch nicht eindeutig geklärt werden. Daher ist auch noch nicht bewiesen, ob es sich bei Arsen um ein essentielles, also unverzichtbares, Spurenelement handelt. Häufig wird Arsen sogar als toxisches Spurenelement bezeichnet. In jedem Fall schützt Arsen aber aufgrund der chemischen Verwandtschaft vor einer Selenvergiftung. Arsen ist in Spuren in fast allen Nahrungsmitteln und Getränken enthalten. - Bor:
Borverbindungen scheinen Lieferanten von Hydroxylgruppen zu sein und könnten in dieser Funktion die Herstellung einer Reihe von Hormonen, vor allem der Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron, unterstützen. Borverbindungen scheinen auch den Proteinabbau zu hemmen, also Proteine im Zellplasma zu stabilisieren. In dieser Funktion kann auch die positive Wirkung einer Einnahme von Bor bei Osteoporose erklärt werden, weil dort wahrscheinlich im Knochen der Abbau von Proteinen, aus denen das Zellskelett unter anderem besteht, gebremst werden kann. Auch für das Immunsystem spielt Bor wahrscheinlich eine Rolle, Möglicherweise, weil es die Stabilität oder Bildung von Antikörpern fordert. Bor kommt in Milch, Milchprodukten, im Trinkwasser sowie in Obst, Nüssen und Gemüse vor. Bei einer normalen Ernährung werden täglich 1-3 mg Bor aufgenommen. - Chrom:
Chrom ist ein essentielles Spurenelement. Im menschlichen Körper spielt es eine wichtige Rolle im Kohlehydrat-Stoffwechsel. Chrom lagert sich in inneren Organen wie der Leber und Milz ein, kommt aber auch vermehrt in Knochen, Fett und Muskeln vor. Es ist ein Cofaktor von einigen Enzymen und am Fettstoffwechsel beteiligt. In den Zellkernen (Nuklei) sind ebenfalls größere Mengen von Chrom vorhanden. Schließlich beeinflusst Chrom wahrscheinlich die Erhaltung der Funktionstüchtigkeit der Hornhaut und der Augenlinse.
Fleischprodukte, vor allem Innereien und Muskelfleisch, sowie Bierhefe, Eier, Nüsse und Vollkornprodukte sind chromhaltig. Auch Pfeffer und brauner Zucker sind gute Chromlieferanten. - Eisen:
Eisen wird im menschlichen Körper zur Synthese des Hämoglobins, dem roten Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) benötigt. Es setzt sich zu ca. 94 Prozent aus dem Eiweiß Globin und zu sechs Prozent aus dem Häm, an welchem das Eisen gebunden ist, zusammen. An das Hämoglobin gebundenes Eisen bindet den Sauerstoff und befördert ihn so von der Lunge zurück, wo es dann mit der Atemluft ausgeschieden wird. Brot, Fleisch (besonders Schweineleber), Wurstwaren und Gemüse sind die wichtigsten Quellen für die für die Versorgung mit Eisen. Für Vegetarier und besonders für Veganer kann es notwendig sein, Eisen zusätzlich in Form von Arzneimitteln oder anderen eisenhaltigen Präparaten zuzuführen. Eine rein vegetarische Ernährung bei Kindern benötigen einen erhöhten Eisenbedarf für ein gesundes Wachstum und eine optimale Entwicklung der geistigen Fähigkeiten. - Fluor:
Fluoride tragen zur Härtung von Zähnen und Knochen bei. Allein in den Zähnen und Knochen über 95 Prozent des im Körper befindlichen Fluors eingebaut sind. Der restliche Anteil befindet sich in Haut, den Haaren und den Fuß- und Fingernägeln. Fluorid wird in das Apatit der Knochen und Zähne eingebaut. Apatite sind Mineralien, die aus Kalziumphosphat und Kalziumfluorid oder Kalzium Hydroxid bestehen. Fluor härtet den Zahnschmelz und trägt somit zur Widerstandsfähigkeit der Zähne gegen Umwelteinflüsse bei. Vor allem schützt es vor den Säuren, die von Kariesbakteriengebildet werden. Die tägliche Fluoridaufnahme über Trinkwasser und Nahrung ist für einen sinnvollen Kariesschutz und zur Stärkung der Knochen nicht ausreichend. Daher muss dem Körper zusätzliches Fluorid zugeführt werden. - Jod:
Jod ist ein wichtiger Baustein für die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Es wird aus der Nahrung zu rund 80 Prozent in die Schilddrüse aufgenommen und dort in die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) eingebaut. Sie sind daran beteiligt, den Stoffwechsel von Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten und sowie die Regulation der Körpertemperatur zu steuern. Sie beeinflussen weiter die körperliche und geistige Entwicklung, das Wachstum, die Leistungsfähigkeit und Psyche. Neben der Schilddrüse kommt Jod in geringen Mengen in den Muskeln, in der Galle, Hypophyse sowie in den Speicheldrüsen und Augen vor. Die wichtigsten Lieferanten von Jod sind Seefische und Meerestiere. Besonders reich an Jod sind Kabeljau und Schellfisch. Gute Lieferanten sind zudem Fleisch und Milchprodukte, allerdings nicht alle Käsesorten, da Jod manchmal bei der Fermentierung verloren geht. Brot und andere Speisen sollten mit Jodsalz gesalzen werden, um eine Minimalversorgung zu garantieren. - Kobalt:
Kobalt ist Bestandteil des Vitamins B12 und somit an der Bildung roter Blutkörperchen beteiligt. Es ist weiterhin wichtig für die Aktivierung einer Reihe von Enzymen, wie z.B. der Superoxiddismutase, welche in der Zelle Wasserstoffperoxid abbaut. Kobalt ist in allen Lebensmitteln, die Vitamin B12 enthalten, vorhanden. Vitamin B12 kommt in tierischen Produkten wie Fleisch, Innereien wie Leber, Nieren, Herz, sowie in Fisch, Milch und Eiern vor. Auch in Sauerkraut, welches mikrobiell hergestellt wird, ist es enthalten. Pflanzen enthalten so gut wie kein B12. Veganer sollten deshalb auf ein B12-Präparat zurückgreifen. Aufgrund der chemisch engen Verwandtschaft zwischen Kobalt und Eisen kann es bei hohen Eisenkonzentrationen im Darm, z. B. durch die Einnahme von Eisentabletten zu einer verminderten Aufnahme von Kobalt kommen. - Kupfer:
Das Spurenelement Kupfer erfüllt im menschlichen Körper eine Reihe von Aufgaben: Es ist an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt und spielt eine Rolle für die Funktion des zentralen Nervensystems sowie beim Pigmentstoffwechsel. In Innereien (Leber), Schalentieren, wie Krebsen und Hummern, in Schokolade und Nüssen, sowie in einer Reihe von Gewürzen kommt relativ viel Kupfer vor. Zu viel Kupfer, das mit der Nahrung aufgenommen wurde, wird wieder ausgeschieden. - Mangan:
Mangan ist ein Bestandteil- Coenzym -wichtiger Enzymsysteme im Körper, darunter der für die Bekämpfung freier Radikale so wesentlichen Superoxid-Dismutase - S.O.D.. Mangan spielt für die gesunde Entwicklung und das Körperwachstum, aber auch bei der Entgiftung des Organismus und der Stärkung der Abwehrfunktionen eine wichtige Rolle. Besonders reich an Mangan sind einige Getreideprodukte, z.B. Haferflocken, Weizenkeime und Sojamehl. Von den Gemüsesorten zeichnen sich Sojabohnen, Knoblauch und weiße Bohnen durch einen höheren Mangangehalt aus. Von den Früchten haben Ananas, Heidelbeeren und Himbeersaft besonders viel Mangan. Ferner enthalten Nüsse, Schokolade und einige Gewürze, wie z.B. Zimt, Ingwer, schwarzer Pfeffer und gemahlene Nelken hohe Mengen an Mangan. - Molybdän:
Molybdän unterstützt im Stoffwechsel als Cofaktor eine Reihe wichtiger Enzyme, vor allem solcher, die für den Abbau von stickstoff- oder schwefelhaltigen Verbindungen zuständig sind. Hierzu zählen z.B. Aminosäuren, die zu Harnstoff abgebaut werden. Zwei Beispiele für Enzyme, die Molybdän (zusammen mit Eisen) in ihre Struktur und die aktiven Zentren mit eingebaut haben, sind die Xanthinoxidase und die Aldehydoxidase. Die Xanthinoxidase ist am Purinstoffwechsel beteiligt und führt zu der Bildung des Endprodukts Harnsäure. Die Aldehydoxidase ist für den Alkoholabbau in der Leber verantwortlich. Molybdän ist in nennenswerten Mengen in Petersilie, Dill, Hülsenfrüchten, Milchprodukten, Kartoffeln, Eiern und Innereien enthalten. - Selen:
Selen sorgt für Gewebe- Elastizität und ist auf das Abfangen von freien Radikalen spezialisiert. Selen ist Bestandteil der Knochen- und Zahnmasse und kommt in allen Körperzellen und -Flüssigkeiten vor. Selen ist auch Bestandteil von Proteinen, die im Körper vielfältige Aufgaben erfüllen, solche Proteine werden auch als Selenoproteine bezeichnet. Viele von ihnen dienen als Enzyme. Enzyme haben die Aufgabe, im menschlichen Organismus bestimmte Stoffwechsel- Reaktionen zu beschleunigen. Ohne Enzyme und somit auch ohne Selen ist kein geordneter Stoffwechsel und somit kein Leben möglich. Außerdem erfüllt Selen die wichtige Aufgabe als Radikalfänger. Süß- und Seewasserfische, Eigelb, Fleisch, Leber, Getreideprodukte und Nüsse gelten als Hauptlieferanten von Selen. Selen wird an Eiweiß gebunden aufgenommen. - Zink:
Zink ist Bestandteil von mehr als 200 Enzymsystemen und daher an einer Vielzahl von Stoffwechselreaktionen beteiligt. Beispiele sind der Stoffwechsel von Insulin, Sexualhormonen und Wachstumshormonen. Eine wichtige Funktion nimmt Zink außerdem bei der Immunabwehr ein. Zink wirkt immunstimulierend und antiviral. Deshalb kommt der zusätzlichen Gabe von Zink, zum Beispiel bei grippalen Infekten, eine besondere Bedeutung zu. Besonders reich an Zink sind Fleisch, Eier, Meeresfrüchte, Weizenkeime und Käse. Zink aus tierischen Lebensmitteln wird allerdings besser vom Körper verwertet.
Was sind die Ursachen eines Mangels an Spurenelementen? Spurenelemente können im Körper nicht selbst hergestellt werden. Sie müssen daher mit der Nahrung aufgenommen werden. In der Regel finden sich oft große Körperreserven an den verschiedenen Spurenelementen. Daher treten akute Mangelerscheinungen bei uns so gut wie nicht auf. Trotzdem kommt es in bestimmten Lebenssituationen vor, dass die verfügbaren Konzentrationen der Spurenelemente nicht ausreichen und es zu Mangelerscheinungen kommt. Lang andauernder Mangel an essentiellen Spurenelementen führt zu schweren Krankheitsbildern. Häufige Ursachen des Mangelsyndroms sind u.a. : - zu einseitige Ernährungsgewohnheiten
- geographisch schlechte Versorgungssituation
- längere parenterale (künstliche) Ernährungständig starke körperliche oder geistige Beanspruchung
- bestimmte Krankheiten, die es Spurenelementen unmöglich machen in ausreichender Menge in den Organismus einzutreten oder in den Stoffwechsel einzugreifen
Was kann man gegen Spurenelemente bzw.- Mineralstoffmangel tun? Man sollte sich bewusst ernähren, d.h. viel Rohkost und Vollkornprodukte essen, Kochwasser vom Gemüse nicht weggießen, sondern für Soßen oder Suppen verwenden. Salate oder Joghurt mit Weizenkeimen oder Bierhefeflocken garnieren, das sind regelrechte Mineralstoffbomben. Bei einer Diät sollte man darauf achten, dass man genügend mineralstoffreiche Lebensmittel zu sich nimmt. Welche Medikamente helfen bei Spurenelemente bzw. Mineralstoffmangel? Es gibt eine Reihe von rezeptfreien Präparaten, die zur Behandlung und Vorbeugung von Mangelzuständen eingesetzt werden können. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung? Im allgemeinen sind rezeptfreie Medikamente/Mittel zur Versorgung mit Spurenelementen gut verträglich. Allerdings können bei Überdosierung unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Wann zum Arzt? Wenn die Beschwerden trotz ausreichender Zufuhr an Spurenelementen und Mineralstoffen nicht verschwinden, muss der Arzt abklären, ob eine ernsthafte Krankheit dahinter steckt. Rezeptfreie Medikamente/Mittel bei Mangel an Spurenelementen gibt es auch in der Apotheke.
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Mangel an Spurenelementen
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