Rezeptfreie Medikamente gegen Schwächezustände
Was sind Schwächezustände? Jeder Mensch bewältigt Phasen in seinem Leben, während denen er erhöhten körperlichen oder geistigen Anforderungen gerecht werden muss, zum Beispiel nach einer längeren Erkrankung oder bei einer ungewöhnlichen beruflichen oder privaten Belastung. Aber auch ohne offensichtlichen Grund fühlt man sich manchmal müde und abgeschlagen und sucht nach einer Möglichkeit, seine Kräfte wiederzufinden. Die „moderne“ Lebensweise, welche von Zeit- und Leistungsdruck geprägt ist, nimmt allerdings auf das Bedürfnis nach Erholung oft keine Rücksicht.
Was sind die typischen Beschwerden? Anzeichen für eine allgemeine Schwäche oder Ermüdung sind manchmal nicht offensichtlich:
- Trotz genügend Schlaf ist man am Morgen immer noch sehr müde und abgeschlagen.
- Leistungen, die man vorher ohne Schwierigkeiten erbracht hat, erscheinen plötzlich als große, kaum erfüllbare Anforderungen.
- Neue Aufgaben werden nicht mehr als positive Herausforderungen, sondern als unlösbare Probleme empfunden.
- Zunehmende Müdigkeit und Unlust etwas zu Unternehmen ersetzen das frühere Gefühl von Energie und Lebensfreude.
- Die Fähigkeit, Gefühle wie Freude, Wut oder Enttäuschung zu erleben und zu zeigen, weicht einer gleichmäßigen Stimmung der „Ergebenheit“; heftige Reaktionen sind selten.
Was sind die Ursachen der Schwächezustände? Die möglichen Ursachen für einen Schwächezustand mit vermehrter Müdigkeit sind sehr vielfältig:
- Erkrankungen, die viel Kraft aufbrauchen (z.B. nach einer schweren Grippe oder bei einem chronischen Rheumatismus).
- Das Vorliegen einer akuten Krankheit (z.B. Blutarmut, Depression, Krebs).
- Auch Lebensumstände können an den Kräften zehren (unbefriedigende Arbeit, Probleme im Privatleben, fehlende Zuwendung durch die Umgebung).
- Überforderung im Berufsleben oder durch anstrengende Freizeitaktivitäten.
Ein allgemeiner Schwächezustand kann ein Hinweis auf eine Krankheit sein und unter Umständen zu einer vollständigen Erschöpfung führen. Länger dauernde Schwächezustände und Müdigkeit sollten deshalb immer ernst genommen und frühzeitig behandelt werden.
Wie kann man sich selbst bei nachlassender Leistungsfähigkeit helfen? Hier sind ganz unterschiedliche Strategien zu nennen:
- Auf ausreichenden Schlaf achten.
- Wichtig ist auch regelmäßige Bewegung, möglichst an der frischen Luft.
- Eine gesunde und möglichst ausgewogene Ernährung ist essentiell. Viel frisches Gemüse, Obst, Milch und Vollkornprodukte, wenig Fett und nicht allzu viel Fleisch. Mit einer solchen Ernährung erhält man nicht nur genügend Ballaststoffe, sondern auch ausreichend Vitamin- und Mineralstoffe. Bei Bedarf sollte die Nahrung mit entsprechenden Präparaten ergänzt werden.
- Stressabbau durch bessere Organisation des Alltags
Welche Medikamente können zur Steigerung der Leistungsfähigkeit beitragen? Gegen Schwächezustände, aber auch für die Phase der Genesung nach überstandener Krankheit gibt es eine Vielzahl von Stärkungsmitteln. Meist enthalten sie Wirkstoffe pflanzlicher Herkunft. Eingesetzt werden z.B. Ginsengwurzel, Eleutherococcus, Procain, Weißdorn, Herzgespannkraut, Lecithin, Vitamine, Gelee Royale, Dimethylaminoethanol, Knoblauch und Vitamin E.
Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung? Grundsätzlich sind rezeptfreie Medikamente/Mittel zur Selbstmedikation bei Schwächezuständen gut verträglich und ohne nennenswerte Risiken. Für einige der genannten Präparate sind eine Reihe leichter Nebenwirkungen bekannt. Überdosierung ist zu vermeiden. Dies gilt insbesondere für die Vitamine A und D. Die Ratschläge in der Packungsbeilage der entsprechenden Präparate sollten sorgfältig beachtet werden.
Wann zum Arzt?
Ein Arzt ist indiziert, wenn gleichzeitig andere Krankheitszeichen auftreten, zum Beispiel Gelenkschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder vermehrte Atemnot bei anstrengenden Tätigkeiten.
Auch kann der Schwächezustand möglicherweise mit einer depressiven Verstimmung zusammenhängen.
Wenn die Selbsthilfemaßnahmen nach einigen Wochen keine Besserung bringen ist ebenso ein Arztbesuch zu empfehlen.
Der Arzt wird als erstes abklären, ob dem Schwächezustand eine körperliche Erkrankung zugrunde liegt. Dazu gehört eine längere Befragung und eine ausführliche körperliche Untersuchung, bei Bedarf auch Blutanalysen, Röntgenbilder oder eine Ultraschallaufnahme.
Liegt keine Erkrankung vor, wird der Arzt Maßnahmen empfehlen, um die
Schwäche und die Müdigkeit zu beheben. Hierzu gehören z.B. eine psychologische Beratung, wenn ungelöste Konfliktsituationen vorliegen, oder Aufbau- und Stärkungsmittel, um Mangelzustände an Vitaminen oder Mineralstoffen zu beheben.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Schwächezustände gibt es auch in der Apotheke.