Rezeptfreie Medikamente gegen allgemeine Schmerzen
1. Was sind Schmerzen? Kopfschmerzen sind weit verbreitet. "Leichte bis mäßig starke" Schmerzen, die gelegentlich auftreten, sind zur Selbstbehandlung unter Anwendung von rezeptfreien Schmerzmitteln geeignet. Dies gilt auch für alle anderen Schmerzzustände, z.B. Muskel- und Gliederschmerzen.
Schmerzen sind keine Krankheit. Sie sind ein Signal bzw. ein Symptom dafür, dass im Körper, insbesondere in der Region, wo sie auftreten, etwas nicht in Ordnung ist. Schmerzen bieten auch die Chance Krankheiten frühzeitig zu entdecken, um rechtzeitig eine kausale Behandlung einzuleiten. Deshalb sollten Schmerzzustände ernst genommen und genau beobachtet werden.
Alle unerklärlichen Schmerzen, alle starken und alle langanhaltenden, sollten deshalb in die Hand des Arztes.
2. Was sind die Ursachen von Schmerzen? Die meisten Schmerzzustände haben glücklicherweise "banale" Ursachen, die auch der Laie kennt und einschätzen kann. Hierzu gehören:
- Regelschmerzen
- Schmerzen, die im Rahmen einer Erkältungskrankheit auftreten
- Schmerzen, die durch Wetterwechsel auftreten
- "Katerkopfschmerzen" nach einer durchzechten Nacht
- Spannungskopfschmerzen Muskel- und Gliederschmerzen, z.B. nach außergewöhnlicher sportlicher Betätigung,
- Wundschmerzen bei Verletzungen.
In allen diesen genannten Fällen ist die kurzfristige, das heißt wenige Tage andauernde Anwendung rezeptfreier Schmerzmittel unter Beachtung der Anwendungshinweise, vertretbar.
Es gibt aber auch ernstere Erkrankungen, die zu Schmerzen führen können. Beispielshalber zu nennen sind hier kolikartige Schmerzen im Magen-Darm-Bereich (z.B. bei Darmverschluss), Schmerzen im Brustraum (z.B. bei Herzinfarkt). In der Regel handelt es sich hierbei jedoch um starke bis sehr starke Schmerzen, die häufig auch anfallsartig auftreten. An der Stärke der Schmerzen erkennt der Patient, dass eine Selbstbehandlung nicht in Frage kommt und unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden muß.
Eine Sonderstellung nimmt die Migräne ein. Dabei handelt es sich um meist einseitig auftretende, oft periodische mittel bis starke Kopfschmerzen, überwiegend bei Frauen. Die Ursache ist oft ungeklärt. Beim erstmaligen Auftreten ist eine ärztliche Diagnose angeraten, um ernstere Erkrankungen im Kopfbereich auszuschließen. Im Rahmen individueller Behandlungsstrategien können bei erneutem Auftreten dann auch rezeptfreie Schmerzmittel in Selbstmedikation angewendet werden.
3. Was kann man gegen Schmerzen tun? Wenn man die Ursachen von Kopfschmerzen kennt, kann man versuchen, diese weitgehend zu meiden. Hierzu gehören Tabakrauch, Stress, Alkohol, Überarbeitung, falsches Schlafverhalten, falsche Körperhaltung, usw. Als "Hausmittel" helfen frische Luft, Ausruhen, physikalische Therapie, (z.B. Rotlicht), autogenes Training oder ganz einfach Ablenkung.
Für die Selbstmedikation gibt es eine große Anzahl wirksamer und unbedenklicher, rezeptfreier Schmerzmittel.
4. Welche Medikamente helfen bei Schmerzen? Acetylsalicylsäure
Acetylsalicylsäure wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend, entzündungshemmend und wird zur Verbesserung der Fließfähigkeit des Blutes eingesetzt.
Anwendunggebiete: Bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, bei allen akuten Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Menstruationsschmerzen, Schmerzen bei Harnwegsentzündungen, Schmerzen bei Erkältungskrankheiten. ASS wird auch bei Migräne eingesetzt.
Paracetamol
Paracetamol wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend, schwach entzündungshemmend.
Anwendungsgebiete: Bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, bei allen akuten Schmerzen, Zahnschmerzen, Menstruationsschmerzen, Muskelschmerzen, Schmerzen bei Erkältungskrankheiten usw. Auch gegen chronische Schmerzen.
Ibuprofen
wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend, entzündungshemmend.
Anwendungsgebiete: Bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, bei allen akuten Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Menstruationsschmerzen, Muskelschmerzen, Schmerzen bei Erkältungskrankheiten, usw.. Ibuprofen wird auch eingesetzt bei rheumatischen Beschwerden und bei Migräne. Untersuchungen zeigen, dass Coffein (in geringer Menge, entsprechend etwa einer Tasse Kaffe), die Wirksamkeit von Schmerzmitteln steigern kann.
Naproxen
Naproxen wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.
Anwendungsgebiete: Es eignet sich zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber. In der Frauenheilkunde wird es bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Des weiteren hilft es gegen schmerzhafte Schwellungen und Entzündungen z.B. nach Verletzungen oder Operationen, auch bei einem akutem Gichtanfall kann es angewendet werden.
Phenazon, Propyphenazon
Phenazon und Propyphenazon wirken schmerzlindernd und fiebersenkend.
Anwendungsgebiete: Sie eignen sich zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber.
5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung? Rezeptfreie Schmerzmittel sind im Allgemeinen gut verträglich. Allerdings sind auch bei diesen Mitteln zu Risiken kommen. Deshalb darf niemals die im Beipackzettel empfohlene Dosierung überschritten werden, auch die Anwendungsdauer sollte in der Selbstmedikation nicht länger als wenige Tage betragen. Eine länger dauernde Anwendung gehört immer in die Hand des Arztes.
Bei Acetylsalicylsäure (ASS) können als Nebenwirkungen Magenbeschwerden, Magen-Darm-Blutverluste in seltenen Fällen auftreten. Der Stoff ist deshalb nicht anzuwenden bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung, bei Asthma, bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Stoff, bei vorgeschädigter Niere, in der Schwangerschaft nur nach Befragen des Arztes. Weitere Informationen gibt die Packungsbeilage.
Bei Paracetamol ist besonders auf die korrekte Dosierung zu achten. Überdosierungen können nämlich die Leber schädigen oder das Blutbild verändern. Personen mit Lebererkrankungen sollten deshalb vorher den Arzt befragen.
Ibuprofen kann ähnlich wie die Acetylsalicylsäure Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich auslösen. Die Anwendungsbeschränkungen entsprechen im wesentlichen der ASS. Auch hier sind die Vorschriften der Packungsbeilage genau einzuhalten.
Durch die Anwendung von Naproxen können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Es kann zu Magen- und Darmbeschwerden kommen. Die Blutbildung kann gestört werden und Wasseransammlungen im Gewebe sind möglich. Weitere Hinweise gibt die Packungsbeilage.
Bei Phenazon und Propyphenazon können gelegentlich Überempflichkeitsreaktionen auftreten.
Tipps zur richtigen Anwendung von Schmerzmitteln:
- Schmerzmittel sollten nicht auf leeren Magen und immer mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.
- Die Dosierungsanleitung im Beipackzettel ist genau einzuhalten.
- Schmerzmittel in Selbstmedikation nicht länger als wenige Tage einnehmen. Wenn der Schmerz nicht schnell nachlässt, nicht sofort nachdosieren, sondern einige Zeit (ca. ½ bis 1 Stunde) abwarten.
- Patienten mit vorliegenden Grunderkrankungen, z.B. Allergien, Asthma, Magen-, Nieren- oder Lebererkrankungen sollten vor der Einnahme von Schmerzmitteln den Arzt befragen.
6. Wann zum Arzt? Bei allen Schmerzzuständen, die als stark empfunden werden, die nicht auf eine "banale" Ursache zurückzuführen sind oder die längere Zeit anhalten, ist der Arzt aufzusuchen.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Schmerzen gibt es auch in der Apotheke.