Rezeptfreie Medikamente: Raucherentwöhnung

Im Tabakrauch sind neben Nikotin fast 4000 Inhaltsstoffe registriert worden, von denen ein nicht unerheblicher Anteil eindeutig schädigende Wirkungen aufweist. So sind über 40 krebserzeugende Bestandteile und zusätzlich weitere gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe zu nennen. Benzol, Kohlenmonoxid und Schwermetalle seien nur stellvertretend genannt.
Die Gefahren des Rauchens sind für den Raucher hoch. Jährlich sterben in Deutschland zwischen 90.000 und 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens: an Krebs, Herzinfarkten, Schlaganfällen und Lungenerkrankungen.
Die zu erwartenden Gesundheitsschädigungen sind vielen Rauchern bekannt, das Risiko aber wird von den Rauchern entweder bewusst eingegangen oder das Wissen um die Gefahren des Rauchens verdrängt.
Doch wie sieht es mit den Nichtrauchern aus? Der vom Raucher inhalierte Rauch enthält durch die hohen Verbrennungstemperaturen bedeutend weniger Schadstoffe, Nikotin oder Kohlenmonoxid, als der ”Qualm”, der entsteht, wenn die Zigarette vor sich hin glimmt, und der von allen, auch den Nichtrauchern (den ”Passivrauchern”), mit eingeatmet wird. In Deutschland sterben jährlich mindestens 400 Menschen an den Folgen des Passivrauchens durch Lungenkrebs. Einer Information des Deutschen Krebsforschungszentrums zufolge ist das Lungenkrebsrisiko bei Nichtrauchern aus der Umgebung von Rauchern um 30-40% erhöht!
Was kann man gegen das Rauchen tun?
Die Wahl des geeigneten Augenblicks, um mit dem Rauchen aufzuhören, ist überaus wichtig. Der beste Vorsatz für das neue Jahr hat keine Aussicht auf Erfolg, wenn man in dieser Zeit viel Stress hat. Da eignet sich für manche Menschen die Urlaubszeit besser. In einer Gruppe fällt es vielen Rauchern leichter, ihre Sucht zu bekämpfen. Wer keine "Aufhörwilligen" im Bekannten- oder Freundeskreis hat, kann sich auch einer Selbsthilfegruppe anschließen. Wer weiß, in welcher Situation er zur Zigarette greift, kann leichter nach Alternativ-Aktivitäten suchen, z.B. statt eine Zigarette zum Bier zu rauchen, Rohkost knabbern. In der Anfangszeit sollte man zudem alle Gelegenheiten vermeiden, die zum Rauchen einladen wie Partys oder Kneipenbesuche. Es gibt Menschen, die aus Langeweile rauchen: Sie sollten für ausreichend Ablenkung sorgen, damit sie erst gar nicht in Versuchung geraten. Wer sehen will, wie viel Geld er durch die Aufgabe des Rauchens einspart, sollte das Geld zurücklegen und sich als Belohnung einen langgehegten Wunsch damit erfüllen.
Prinzipiell gibt es zwei Methoden der Nikotinentwöhnung:
1. Die schleichende Methode
Dabei raucht man jeden Tag etwas weniger, bis man schließlich auf Null angekommen ist. Die typischen Entzugserscheinungen treten hier nicht auf. Problem: Die meisten Raucher denken zu oft an die nächste Zigarette und es fällt ihnen schwer, darauf zu verzichten.
2. Die Hau-Ruck-Methode
Diese Methode beinhaltet, dass man von heute auf morgen das Rauchen aufgibt. Weil sich der Körper aber an einen ständigen Nikotinpegel gewöhnt hat, reagiert er mit Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Ärger, Unruhe, Schweißausbrüchen, nervösen Spannungen und eben einem unbändigen Verlangen nach einer Zigarette.
Gibt es alternative Therapien gegen das Rauchen?
Die Nikotinersatztherapie hat sich unter den pharmakologischen Behandlungsformen als die bisher wirkungsvollste Unterstützung bei der Entwöhnung erwiesen. Damit führt der Raucher seinem Körper zeitlich begrenzt kontinuierlich Nikotin zu, jedoch ohne die über 4000 schädlichen, zusätzlich in Zigaretten enthaltenen Inhaltsstoffe. Diese Nikotinzufuhr wird im Laufe der Zeit schrittweise reduziert und schließlich ganz eingestellt. Medikamentöse Raucherentwöhnung kann in Kombination mit einem individuellen Entwöhnungsplan die Chance erhöhen, vom Rauchen loszukommen.
Verhaltenstherapie:
Mit Hilfe von Strichlisten oder Raucherentwöhnungskurven wird es dem Raucher erleichtert, schrittweise sein Verhalten unter Kontrolle zu bringen. Sie geben dem Betroffenen eine Übersicht über die Situationen und die Zeitpunkte, in denen er raucht.
Akupunktur:
Durch Einstiche ins Ohrläppchen wird bei dieser Methode versucht, den Zigaretten-‚Geschmack’ zu nehmen. Außerdem soll sie die Nebenwirkungen des Rauchstopps abfangen.
Hypnose:
Die Hypnose ist ein suggestives Verfahren, das über die Veränderung des Bewusstseins Rauchfreiheit zu schaffen versucht.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel zur Raucherentwöhung gibt es auch in der Apotheke.