Rezeptfreie Medikamente gegen Vaginalerkrankungen und Scheidenpilz

1. Was ist ein Vaginalpilz?
In der gesunden Scheidenflora kommen neben säurebildenden Bakterien auch Hefepilze vor. Wenn das biologische Gleichgewicht z.B. durch ein geschwächtes Immunsystem gestört ist, kann es zu einer Überwucherung mit Pilzen kommen. Dies führt dann zu einer Scheidenentzündung. Sie äußert sich durch Schwellung des äußeren Genitalbereichs und Juckreiz, der häufig mit einem weißlichen Ausfluss einhergeht.

2. Was sind die Ursachen von Vaginalpilzen?
Pilzinfektionen im Vaginalbereich werden von Hefepilzen (Candida albicans) verursacht. Man vermutet, dass Frauen, bei denen die Infektion immer wieder aufflammt, bestimmte Zellen in der Scheidenhaut besitzen, an die sich die Pilze bevorzugt binden. Ein geschwächtes Immunsystem, die Anti-Baby-Pille, die Einnahme von Antibiotika, bestimmte Erkrankungen wie z.B. Diabetes begünstigen das Auftreten einer Pilzinfektion.

3. Was kann man gegen Vaginalpilze tun?
Pilze bevorzugen ein feucht-warmes Klima, daher sollte man Schwimmbäder, Whirlpools, Saunen und Solarien meiden. Um das saure Milieu in der Scheide wieder herzustellen, kann die Behandlung mit pilztötenden Arzneimitteln oder durch Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien unterstützt werden. Handtücher und Unterwäsche sollte man täglich wechseln und bei mindestens 60° C waschen oder auf Einmal-Handtücher bzw. Einmal-Slips umsteigen. Um ein Austrocknen der Scheide zu verhindern, sollte man Binden statt Tampons benutzen. Wenn man unter wiederkehrenden Infektionen leidet, wäre es am besten, eine östrogenfreie Verhütungsmethode anzuwenden, da diese Pilzinfektionen begünstigen. Auch auf mechanische Verhütungsmittel mit spermientötenden Chemikalien sollte man verzichten, da sie die Scheidenflora verändern.

4. Welche Medikamente helfen bei Vaginalpilzen?
Es gibt eine Reihe von Arzneimitteln in Form von Tabletten, Zäpfchen oder Cremes zur lokalen Anwendung gegen Pilzerkrankungen. Diese sogenannten Antimykotika enthalten unterschiedliche Wirkstoffe, wie z.B. Imidazole (Clotrimazol, Miconazol) oder Nystatin. Grundsätzlich gilt, dass man beim erstmaligen Auftreten der Beschwerden zum Arzt gehen sollte, damit er die Ursache abklären kann. Für die Selbstmedikation ist die Anwendung von Antimykotika auf drei Tage begrenzt. Sind die Beschwerden innerhalb dieser Zeit nicht verschwunden, sollte man den Arzt hinzuziehen.

Die Imidazolsubstanzen wirken gegen viele Pilz- und einige Bakterienarten. Je nach Dosierung hemmen sie das Pilzwachstum und reduzieren die Sporenanzahl. Auch wenn man schon nach einem Tag beschwerdefrei ist, sollte man die Therapie immer zu Ende führen, da es sonst zu Rückfällen kommen kann. Man sollte die Behandlung nicht während der Menstruation beginnen, weil sie in dieser Zeit schlechter wirkt.

Clotrimazol
Es wirkt gegen Infektionen durch Dermatophyten, Hefen oder Schimmelpilze. Je nach Dosierung dauert die Kurzzeitbehandlung 1, 3 oder 6 Tage. Eine Langzeitbehandlung etwa eine Woche.

Nystatin
Nystatin wirkt gegen wachsende und ruhende Pilzsporen. Eine Kurzzeittherapie dauert zwischen 3 und 12 Tagen, eine Langzeittherapie bei wiederkehrenden Infektionen zwischen 10 und 14 Tagen.

5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Rezeptfreie Arzneimittel sind in der Regel gut verträglich. Selten kann es zu Reizungen mit Rötung, Stechen und / oder Brennen kommen. In seltenen Fällen treten allergische, lokale Hautreaktionen auf.

6. Wann zum Arzt?
Wenn es trotz Selbstbehandlung immer wieder zu Infektionen kommt und die Beschwerden nach Beendigung der Therapie nicht verschwunden sind, sollte man zum Arzt gehen.

Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Vaginalerkrankungen und Scheidenpilz gibt es auch in der Apotheke.
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