Rezeptfreie Medikamente bei Prostatabeschwerden
1. Was sind Prostatabeschwerden? Eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata) bezeichnet man als benigne Prostatahyperplasie. Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase und umgibt die Harnröhre. Bei den meisten Männern beginnt die kastaniengroße Drüse ab dem vierzigsten Lebensjahr zu wachsen. Wird die Harnröhre durch die wachsende Prostata eingeengt, können folgende Symptome auftreten:
- unterbrochenes Wasserlassen, d.h. es sind mehrere Versuche nötig, um die Blase zu leeren
- Schwierigkeiten mit dem Wasserlassen zu beginnen, obwohl der Drang zum Entleeren besteht
- Restharnbildung
- häufiges Wasserlassen, sowohl tagsüber als auch nachts
- plötzlicher starker Harndrang mit unfreiwilligem Abgehen von Harn
- Nachtropfen von Harn nach dem Wasserlassen
2. Was sind die Ursachen von Prostatabeschwerden?
Die Ursachen für die Vergrößerung der Vorsteherdrüse sind noch nicht abschließend geklärt. Als sicher gilt, dass die Geschlechtshormone wesentlich an den alterbedingten Veränderungen der Prostata beteiligt sind.
3. Was kann man gegen Prostatabeschwerden tun?
Vorbeugung ist nicht möglich. Deshalb sollten Männer regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Ein Arzt kann eine vergrößerte Prostata schon im Frühstadium feststellen. Die Vorsorgeuntersuchung ist insbesondere wichtig, um eine bösartige Vergrößerung der Prostata (Prostatakrebs) auszuschließen oder frühzeitig zu erkennen.
4. Welche Medikamente helfen bei Prostatabeschwerden?
Nur im Frühstadium der Erkrankung kann man in Absprache mit dem Arzt zu rezeptfreien Arzneimitteln greifen. Prostatapräparate enthalten häufig pflanzliche Wirkstoffe aus der Brennnessel, von Kürbiskernen und -samen und von Sägepalmenfrüchten bzw. Sabalfrüchten, die die Beschwerden lindern können. Auch Beta-Sitosterin, ein cholesterinähnliches Gemisch aus pflanzlichen Substanzen, schafft Abhilfe.
- Brennnessel
Zu den Inhaltsstoffen der Brennnesselwurzel zählen u.a. die Phytosterine. Ihr Wirkmechanismus bei gutartiger Prostatavergrößerung ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass sie einen Bluteiweißstoff, das sogenannte sexualhormonbindende Globulin (SHBG) beeinflussen. SHBG transportiert die Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen im Blut und kann auch an Prostatazellen binden. Dadurch wird das Wachstum von Prostatazellen blockiert. - Kürbiskerne
Extrakte von Kürbissamen werden zur Behandlung von Beschwerden bei benigner Prostatahyperplasie eingesetzt. Sie verringern den Blasendruck, verbessern die Blasenfunktion und senken den Druck auf die Harnröhre. - Sägepalmenfrüchte
Sägepalmenfrüchte enthalten zahlreiche Fettsäuren und Phytosterole. Sägepalmenfrüchte-Extrakte (Sabal-Extrakte) verhindern die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT), das für das Wachstum von Prostatagewebe verantwortlich ist. Des weiteren kann auch die Wirkung von Östrogen auf das Prostatagewebe blockiert werden. Typische Beschwerden wie nächtliches Wasserlassen und Restharnbildung in der Blase können gebessert werden. Sabal-Extrakte wirken darüber hinaus antientzündlich und abschwellend. - Beta-Sitosterin
Beta-Sitosterine sind von den Phytosterinen abgeleitete Substanzen. Sie wirken entzündungshemmend und können bei Prostatabeschwerden eingesetzt werden. Sie verringern die Restharnmenge und verbessern die Harnentleerungsfunktion. Die Größe der Prostata wird nicht beeinflusst.
5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Alle oben genannten Wirkstoffe sind in der Regel gut verträglich. Allerdings können auch bei diesen Präparaten unerwünschte Nebenwirkungen auftreten: Gelegentlich kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Selten sind allergische Reaktionen möglich.
6. Wann zum Arzt?
Wenn die ersten Beschwerden auftreten, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen. Eine vergrößerte Prostata sollte immer vom Arzt beobachtet und behandelt werden.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel bei Prostatabeschwerden gibt es auch in der Apotheke.