Rezeptfreie Medikamente bei Inkontinenz, Blasenschwäche

1. Was ist eine Blasenschwäche?
Den unfreiwilligen und unkontrollierten Abgang von Urin bezeichnet man als Harninkontinenz (Blasenschwäche). Sie ist weitverbreitet und tritt unabhängig vom Lebensalter auf. Jedoch steigt die Zahl der Neuerkrankungen mit zunehmendem Alter. Frauen sind besonders häufig betroffen.

2. Was sind die Ursachen für Blasenschwäche?
Wenn die Beckenbodenmuskulatur an Kraft verliert, kann sie die Blasenentleerung nicht mehr wie gewohnt kontrollieren. Ursächlich dafür kann eine Nervenstörung oder eine Störung der Aktivität des Blasenmuskels sein. Meist beginnt die Erkrankung schleichend mit einem leichten Tröpfeln, das sich dann zu unkontrolliertem Abgang von Urin steigert. Die weibliche Anatomie, aber auch die Geburt eines Kindes können eine Blasenschwäche begünstigen. Bei Männern geht die Schließmuskelschwäche meist mit einer gutartigen Vergrößerung der Prostata einher. Man unterscheidet verschiedene Formen der Harninkontinenz:
  • Stress- und Belastungsinkontinenz
    Bei körperlicher Belastung z.B. bei schnellem Laufen oder beim Heben eines schweren Gegenstandes kommt es zum unfreiwilligen Abgang von Urin. Grund ist meist eine Störung des Verschlussmechanismus von Blase und Harnröhre. Bei Anstrengung entsteht ein höherer Druck im Bauchraum, der zu einem stärkeren Druck auf Blase und Schließmuskel führt. Ist dieser geschwächt, kann er dem Druck nicht standhalten und Urin läuft aus. Bei Frauen führt oft eine Geburt, bei Männern eine gutartige Vergrößerung der Prostata zu einer Schließmuskelschwäche. Mit zunehmendem Alter werden Gewebe und Muskulatur immer schwächer, daher leiden viele Menschen im Alter unter Inkontinenz.
  • Dranginkontinenz
    Wenn sich der Harndrang nicht mehr kontrollieren lässt, spricht man von einer Dranginkontinenz. Die Blase entleert sich, obwohl sie noch gar nicht gefüllt ist. Die Ursache liegt meist in einer Nervenstörung, Überaktivität oder einer zu großen Empfindlichkeit der Harnblase. Es können sich aber auch andere Erkrankungen wie Blasenkrebs, gutartige Vergrößerung der Prostata, Reizblase oder starke seelische Probleme dahinter verbergen.
  • Überlaufinkontinenz
    Bei Männern wird eine Blasenentleerung durch z.B. eine vergrößerte Prostata erschwert. Die Blase ist ständig gefüllt. Steigt der Druck an, öffnet er den Verschlussmechanismus der Blase und der Urin tropft ohne Vorwarnung. Auch jetzt entleert sich die Blase nicht vollständig. Wird das Hindernis, das die Entleerung stört, entfernt, lässt sich der Harnabgang wieder kontrollieren.

3. Was kann man gegen Blasenschwäche tun?
Frauen sollten bereits in jungen Jahren eine gezielte Beckenbodengymnastik machen: Das Anhalten des Harnstrahls auf der Toilette trainiert den Schließmuskel und die Beckenbodenmuskulatur. Diese Übung kann auch unabhängig vom Wasserlassen durchgeführt werden. Vor allem während und nach der Schwangerschaft sollte diese Gymnastik regelmäßig durchgeführt werden. Wichtig ist es - das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen - auch bei bestehender Blasenschwäche viel zu trinken, denn das verhindert eine Reizung der Blasenschleimhaut. Wer nachts häufig zur Toilette muss, sollte ein paar Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr trinken und auf harntreibende Getränke wie Bier und Tee verzichten. Übergewichtige sollten abnehmen, denn jedes Kilo zuviel belastet den Beckenboden.

4. Welche Medikamente helfen bei Blasenschwäche?
Rezeptfreie Arzneimittel, die Auszüge aus der Brennnessel, Kürbissamen oder der Sägepalme enthalten können bei Blasenbeschwerden eingesetzt werden. Kürbissamen-Inhaltsstoffe können den Blasendruck verringern, die Blasenfunktion verbessern und den Druck auf die Harnröhre senken.

5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Nicht bekannt.

6. Wann zum Arzt?
Wenn der Verdacht besteht, dass beim Mann eine vergrößerte Prostata Auslöser für die Beschwerden ist, oder wenn Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen auftreten und diese Beschwerden nicht nach einigen Tagen verschwinden, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Rezeptfreie Medikamente/Mittel bei Inkontinenz gibt es auch in der Apotheke.
Rezeptfreie Arzneimittel
A-Z zum Thema
Ein Service des BAH - Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. Bonn - Copyright © 2010 - Nutzungsbedingungen - Impressum - Partner