|
Rezeptfreie Medikamente für Zahnpflege und Mundhygiene
1. Was sind die Ursachen von Zahn- und Zahnfleischproblemen? In der Mundhöhle leben etwa 200 bis 300 Bakterienarten in einem gesunden Gleichgewicht. Dieses natürliche Ökosystem gerät jedoch aus dem Lot, wenn z.B. über die Nahrung zuviel Zucker aufgenommen wird. Haushaltszucker dient den Kariesbakterien als Nahrung und ermöglicht ihnen, sich übermäßig stark zu vermehren. Die Bakterien "verdauen" den Zucker und produzieren dabei Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Es entstehen Löcher in der äußersten Zahnschicht, die sogenannte Karies. Wird der Zahn nicht behandelt, kann sich die Säure tiefer einfressen und Zahnbein oder Kieferknochen schädigen.
Darüber hinaus kann es bei mangelnder Zahnpflege auch zur Bildung von Zahnbelag (Plaque) kommen. Die Plaquebakterien greifen nicht nur den Zahnschmelz an, sondern schädigen auch das Zahnfleisch. Die Säure dringt ins Gewebe ein und löst dort eine Entzündung aus. Das führt zu gerötetem, geschwollenem Zahnfleisch und Zahnfleischbluten. Unbehandelt breitet sich die Entzündung weiter aus, das Zahnfleisch bildet sich zurück, die Zähne lockern sich und fallen schließlich aus.
2. Was kann man gegen Zahn- und Zahnfleischprobleme tun? Das A und O für gesunde Zähne und Zahnfleisch ist eine gründliche Mundhygiene. Mindestens zweimal täglich, am besten nach jeder Mahlzeit sollte man die Zähne putzen. Dazu sollte man eine Zahnbürste mit abgerundeten Kunststoffborsten verwenden. Wichtig ist die richtige Putztechnik: Immer von rot nach weiß mit kreisenden Bewegungen putzen. Kauflächen der Backenzähne nicht vergessen! Zahnseide entfernt Speisereste aus den mit der Bürste schwer zu erreichenden Zahnzwischenräumen. Die Benutzung von Zahnseide sollte deshalb zum Pflichtprogramm gehören. Am besten legt man die Zahnseide um jeden Zahn unmittelbar über dem Zahnfleischrand und schiebt sie an der Zahnfläche entlang aufwärts. So entfernt man den weichen Belag am Zahnfleischsaum besonders gründlich.
Zur Härtung des Zahnschmelzes und zur Vorbeugung gegen Karies eignen sich fluoridhaltige Zahnpasten oder spezielle Gele, die wie ein Zahncreme angewendet werden, besonders gut. Auch Mundwässer mit Fluorverbindungen erhöhen den Kariesschutz, inaktivieren Kariesbakterien und beugen Zahnfleischerkrankungen vor. Prothesenträger sollten ihren Zahnersatz nach jeder Mahlzeit mit einer weichen Zahnbürste reinigen und mindestens einmal täglich in ein Reinigungsbad legen.
3. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung? In seltenen Fällen kann es bei der Anwendung von fluoridhaltigen Präparaten zu Abschilferungen der Mundschleimhaut kommen.
4. Wann zum Arzt? Man sollte zum Zahnarzt gehen, wenn sich das Zahnfleisch rötet, anschwillt und schnell zu bluten beginnt oder wenn das Zahnfleisch zurückgeht, die Zähne länger werden oder sich ein Zahn lockert.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel zur Zahnpflege und Mundhygiene gibt es auch in der Apotheke.
|