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Rezeptfreie Medikamente zur Mundpflege und Rachenpflege
1. Was sind Mund- und Rachenbeschwerden? Schmerzen im Hals oder beim Schlucken, die häufig im Rahmen einer Erkältung von Bakterien oder/und Viren verursacht werden.
2. Was sind die Ursachen von Mund- und Rachenbeschwerden? In der Mundhöhle leben zahlreiche Mikroorganismen, die ein einem biologischen Gleichgewicht miteinander stehen. Gerät dieses Gefüge aus dem Gleichgewicht, haben Krankheitserreger leichtes Spiel. Häufig kommt es bei einer Erkältung zu Entzündungen des Rachens und Kehlkopfes, die auch mit Heiserkeit einhergehen können. Der überwiegende Anteil dieser Beschwerden wird durch Viren ausgelöst.
3. Was kann man gegen Mund- und Rachenbeschwerden tun? Oberstes Ziel bei Schluckbeschwerden ist es, das natürliche Gleichgewicht der Mundflora wieder herzustellen, d.h. die Zahl der Krankheitserreger zu vermindern und für einen intakten Schleimhautzustand zu sorgen. Trockene Luft reizt entzündete Schleimhäute zusätzlich, daher sollte stets auf eine ausreichende Speichelproduktion geachtet werden. Diese kann schon durch Lutschen eines Bonbons oder Kaugummikauen gefördert werden. Zudem enthält der Speichel Abwehrstoffe, die helfen, die Krankheitserreger zu bekämpfen. Feuchte Tücher über der Heizung oder spezielle Raumbefeuchter sorgen für eine höhere Luftfeuchtigkeit in der Wohnung und tragen dazu bei, ein Austrocknen der Schleimhäute zu verhindern. Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr in Form von Mineralwasser oder Tee wirkt ebenfalls positiv auf den Feuchtigkeitsgehalt der Mund- und Rachenschleimhaut. Bei leichteren Beschwerden reicht es häufig auch schon aus mit einer Salzwasserlösung (1 Teelöffel Salz auf 1 Glas lauwarmes Wasser) zu gurgeln. Als Hausmittel gegen Halsschmerzen werden auch Halswickel z.B. mit Quark angewandt.
4. Welche Medikamente helfen bei Mund- und Rachenbeschwerden? Hier werden zur Schmerzlinderung lokal wirkende Arzneistoffe zum Gurgeln oder Lutschen eingesetzt. Man unterscheidet
1) Lokalanästhetika. Sie blockieren die Erregungsleitung in Nerven- und anderen Zellen. Der Schmerz wird nicht an das zentrale Nervensystem weitergeleitet.
a) Lidocain b) Benzocain
2) Antiseptika (desinfizierende Mittel)
a) Cetylpyridiniumchlorid b) Benzalkoniumchlorid c) Dequaliniumchlorid d) Chlorhexidin e) Hexetidin
3) Enzyme
a) Lysozym: löst die Bakterienhülle auf und führt zum Absterben der Mikroorganismen b) Papain
4) Pflanzliche Wirkstoffe, wie z.B.
a) Salbei Salbeiblätter enthalten ätherisches Öl dessen Hauptbestandteile Thujon, Cineol und Campher sind. Des weiteren Gerbstoffe, Diterpen-Bitterstoffe, Triterpene, Steroide, Flavone und Flavon-Glykoside. Salbei besitzt adstringierende und sekretionsfördernde Wirkungen, wirkt zudem gegen Bakterien, Pilze und Viren.
b) Myrrhe Myrrhe enthält ätherisches Öl mit Furanosesquiterpenen, Monoterpene sowie Proteine und Kohlenhydrate. Sie besitzt lokal adstringierende Wirkungen und darüber hinaus desinfizierende und granulationsfördernde Eigenschaften.
c) Isländisches Moos Isländisches Moos enthält Schleimstoffe und Bitterstoffe sowie bitterschmeckende Flechtsäuren. Es wirkt reizlindernd und schwach antibakteriell.
d) Kamille Kamillenblüten enthalten ätherisches Öl mit den Bestandteilen alpha-Bisabolol, Matricin und Flavonderivaten. Es besitzt antiphlogistische (entzündungshemmende) und spasmolytische (krampflösende) Wirkungen, fördert die Wundheilung und wirkt antibakteriell.
5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung? Obwohl rezeptfreie Arzneimittel im allgemeinen gut verträglich sind, können Nebenwirkungen auftreten.
1) Lokalanästhetika
a) Lidocain, b) Benzocain: In seltenen Fällen kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Schleimhautschwellungen oder Rötungen kommen
2) Antiseptika
a) Cetylpyridiniumchlorid: in seltenen sind Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen möglich b) Benzalkoniumchlorid, c) Dequaliniumchlorid: In seltenen Fällen sind allergische Reaktionen möglich. d) Chlorhexidin: es kann zu einer Beeinträchtigung des Geschmackempfindens kommen, Taubheitsgefühl der Zunge kann auftreten, Verfärbungen von Zähnen und Zunge sind möglich, Überempfindlichkeitsreaktionen e) Hexetidin: es kann zu Geschmacksirritationen und Kontaktekzemen kommen
3) Enzyme
a) Lysozym: nicht anwenden bei einer Allergie gegen Hühnereiweiß b) Papain: keine Nebenwirkungen
4) Pflanzliche Wirkstoffe
a) Salbei: in seltenen Fällen können Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, der Atemwege und des Magen-Darmbereiches auftreten b) Myrrhe: keine Nebenwirkungen bekannt c) Isländisch Moos: keine Nebenwirkungen bekannt d) Kamille: nicht anwenden bei bekannter Allergie gegen Korbblütler
6. Wann zum Arzt? Wenn die Beschwerden mit Fieber und einem starken Krankheitsgefühl einhergehen, sollte man auf jeden Fall den Arzt aufsuchen.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel zur Mundpflege und Rachenpflege gibt es auch in der Apotheke.
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