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Rezeptfreie Medikamente gegen Verdauungsstörungen
1. Was sind Verdauungsstörungen? Verdauungsstörungen, sogenannte dyspeptische Beschwerden, können sich in Form von Völle- und Druckgefühl im Bauch, z.B. nach einem opulenten Essen, oder durch Blähungen oder krampfartige Schmerzen im Magen-Darm-Trakt bemerkbar machen.
2. Was sind die Ursachen von Verdauungsstörungen? Häufig stecken harmlose Ursachen hinter den Beschwerden: Zu reichhaltiges, zu fettes oder zu süßes Essen, der Verzehr stark blähender Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Zwiebeln, frisches Brot, Kohlgemüse oder kohlensäurehaltige Getränke. Auch hastiges Essen kann zum Problem werden. Meist wird die Nahrung dann nur unvollständig zerkleinert heruntergeschluckt und führt zu Fäulnis- und Gärungsprozessen im Darm. Manchmal ist auch verschluckte Luft Auslöser für Blähungen.
3. Was kann man gegen Verdauungsstörungen tun? Man sollte immer ausreichend Zeit für eine Mahlzeit einplanen und das Essen langsam und gründlich kauen. Die Verdauung unzureichend zerkleinerter Speisen fällt schwerer und verursacht Fäulnisprozesse im Dickdarm. Es bilden sich übelriechende Gase, die den Bauch aufblähen. Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag erleichtern dem Verdauungsapparat mit der zugeführten Nahrung fertig zu werden. Ein Spaziergang nach einem reichhaltigen Essen regt die Darmtätigkeit an. Bestimmte Lebensmittel wie Kohlgemüse, Zwiebeln oder Hülsenfrüchte fördern Blähungen. Empfindliche Menschen sollten den Verzehr dieser Nahrungsmittel einschränken. Schwerverdauliche Speisen kann man zur besseren Verträglichkeit mit Kümmel würzen. Bei krampfartigen Beschwerden hilft auch eine leichte Massage des Bauches mit kreisförmigen Bewegungen.
4. Welche Medikamente bei Verdauungsstörungen? Zur inneren Anwendung bei dyspeptischen Beschwerden werden vor allem pflanzliche bitterstoffhaltige Arzneimittel, die den Gallefluss anregen und den Appetit fördern eingesetzt. Hierzu gehören Tees, aber auch andere flüssige Zubereitungen sowie Tabletten oder Dragees, die beruhigend und krampflösend auf die Magenschleimhaut und die Darmmuskulatur wirken.
Anis Anisfrüchte enthalten ätherisches Öl und können aufgrund der spasmolytischen (krampflösenden) Eigenschaften innerlich bei dyspeptischen Beschwerden eingesetzt werden.
Fenchel Fenchelfrüchte enthalten ätherisches Öl. Sie wirken appetitanregend und entspannend auf die Darmmuskulatur und können bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen Abhilfe schaffen.
Kamille Kamillenblüten besitzen eine krampflösende Wirkung, fördern die Wundheilung und wirken antibakteriell. Sie werden daher bei entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes mit spastischen Beschwerden angewandt.
Kümmel Kümmelöl besitzt krampflösende Wirkungen an der glatten Muskulatur des Magen-Darm-Traktes sowie antimikrobielle Eigenschaften. Deshalb wird es bei krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, Blähungen und Völlegefühl eingesetzt.
Pfefferminze Pfefferminzinhaltsstoffe wirken entspannend auf die glatte Muskulatur und fördern den Gallefluss. Sie werden bei krampfartigen Schmerzen in der Gallenblase und den Gallenwegen sowie bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen angewendet.
5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung? Pflanzliche Arzneimittel sind im allgemeinen gut verträglich, allerdings können auch hier unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.
Anis Gelegentlich können allergische Reaktionen an der Haut, an den Atemwegen und im Magen-Darm-Trakt auftreten.
Fenchel Allergische Reaktionen der Haut und Atemwege möglich
Kamille, Kümmel, Pfefferminze Keine Nebenwirkungen bekannt
6. Wann zum Arzt? Wenn die Beschwerden sehr stark sind und trotz Selbstbehandlung mit krampflösenden Tees oder anderen Zubereitungen nach einigen Tagen nicht verschwinden, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Verdauungsstörungen, die beruhigend und krampflösend wirken, gibt es auch in der Apotheke.
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