Rezeptfreie Medikamente gegen Sodbrennen

1. Was ist Magenübersäuerung / Sodbrennen?
Eine gesunde Magenschleimhaut beginnt beim Eintreffen der beim Essen aufgenommenen Speiseteile im Magen mit der Produktion von Salzsäure. Diese ist für den im Magen stattfindenden ersten Teil des Verdauungsvorgangs notwendig. Die Magenschleimhaut ist gegen ihre eigene Salzsäure gut geschützt und unempfindlich.
Beim Hochsteigen des Mageninhalts in die Speiseröhre wird überschüssige Säure dort aber als unangenehm ("Sodbrennen") empfunden.

2. Was sind die Ursachen von Magenübersäuerung / Sodbrennen?
Bei überfülltem Magen, insbesondere dann wenn eine zu starke Säureproduktion vorliegt, bei Druck auf den Magen (z.B. in der Schwangerschaft) und insbesondere dann, wenn der Schließmuskel am Eingang des Magens nicht richtig schließt, kann beim "Aufstoßen" der saure Mageninhalt in den unteren Teil der Speiseröhre gelangen. Dies wird als unangenehmes, saures Gefühl empfunden. Förderlich für diesen Vorgang sind üppiges, fettes Essen. Kaffee, Alkohol und Tabak können das Säuregefühl noch verstärken, da unter diesen Einflüssen vermehrt Säure produziert wird.

3. Was kann man gegen Magenübersäuerung / Sodbrennen tun?
Wer öfter unter Sodbrennen leidet, sollte weniger fettreiches Essen zu sich nehmen und auf Rauchen, Kaffee und hochprozentigen Alkohol verzichten. Günstig ist auch die Einnahme mehrerer kleiner und leichter Mahlzeiten gegenüber wenigen und großen. Das Essen sollte langsam und gut gekaut aufgenommen werden. Übergewichtige sollten abnehmen. Der Verzehr zuckerhaltiger Süßigkeiten sowie säurehaltiger Nahrungsmittel, wie z.B. Fruchtsäfte, sollte eingeschränkt werden. Zur Vorbeugung von nächtlichem Sodbrennen empfiehlt es sich, den Kopf mittels eines Kissens höher als den Oberkörper zu lagern.

4. Welche Medikamente helfen bei Magenübersäuerung / Sodbrennen?
Bei rezeptfreien Arzneimitteln zur Anwendung bei Magenübersäuerung / Sodbrennen gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Wirkprinzipien:

a) Antacida neutralisieren die überschüssige Magensäure. Bewährt haben sich Aluminium-Magnesium-Verbindungen, Aluminium-Verbindungen, Calcium-Magnesium-Carbonate und Schichtgitterantacida.

b) H2-Blocker (Ranitidin und Famotidin), zwei Wirkstoffe, die erst vor kurzem aus der Verschreibungspflicht entlassen wurden, setzen jedoch bereits bei der Produktion der Säure an, indem sie diese Produktion hemmen.

Mit der Kamille gibt es ein pflanzliches Arzneimittel, dessen Wirkstoffe schützend auf die Magenschleimhaut wirken.

5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Sowohl Arzneimittel, die überschüssige Säure neutralisieren, als auch solche, die die Bildung von Säure hemmen, sollten nur kurzfristig und gelegentlich eingenommen werden. Magenübersäuerung, insbesondere wenn sie längere Zeit auftritt, kann nämlich auch Anzeichen einer ernsteren Erkrankung sein.

6. Wann zum Arzt?
Der Arzt sollte immer dann aufgesucht werden, wenn Magenübersäuerung / Sodbrennen längere Zeit (4 Wochen und länger anhält), wenn das Schlucken schwer fällt oder schmerzt, wenn Blutspuren im Stuhl entdeckt werden oder aber Stuhl gar schwarz gefärbt ist (Teerstuhl).

Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Sodbrennen, deren Wirkstoffe schützend auf die Magenschleimhaut wirken, gibt es auch in der Apotheke.
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