Rezeptfreie Medikamente gegen Durchfall (Diarrhoe)

1. Was ist Durchfall?
Unter Durchfall versteht man häufige, dünne oder wässrige Darmentleerungen. Teilweise tritt dies zusammen mit Erbrechen auf.
Oft ist Durchfall eine Abwehrmaßnahme gegen verdorbene oder unverdauliche Speisen, Krankheitserreger oder deren Gifte.

2. Was sind die Ursachen von Durchfall?
Die Ursachen von Durchfall können verschiedenartig sein: Häufig sind es verdorbene oder unverdauliche Speisen oder Getränke, die den Darm quasi als Schutzreflex veranlassen, sie so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Darüber hinaus gibt es verschiedene Infektionskrankheiten (mit unterschiedlichem gesundheitlichem Gefährdungsgrad) und auch psychische und körperliche Stressphänomene, die zu Durchfall führen können.

3. Was kann man gegen Durchfall tun?
Mit dem Durchfall verliert der Körper sehr viel Wasser und Mineralsalze. Deshalb ist es wichtig, die verlorene Flüssigkeit bei Durchfall (mindestens 2 ½ l pro Tag trinken) sowie die Mineralien zu ersetzen. Hierzu gibt es z.B. entsprechende Elektrolytfertiggetränke in der Apotheke zu kaufen.
Bei Durchfall sollte zunächst keine Nahrung aufgenommen werden, auch Alkohol ist zu meiden. Es sollte aber versucht werden, bald wieder etwas zu essen. Geeignet sind Salzstangen oder eine Schleimsuppe, gekocht aus Hafer- oder Reisflocken mit ausreichend Wasser. Diese sollte gut mit Salz oder Suppenwürze gewürzt werden. Bewährt bei Durchfall haben sich außerdem ein fein geriebener Apfel (mit Schale) und zerdrückte Bananen. Fette, üppige Speisen sollten nicht gegessen werden. Auch Milch, Alkohol und Kaffee sind zu meiden.

4. Welche Medikamente helfen bei Durchfall?
Für die medikamentöse Behandlung von Durchfallerkrankungen gibt es verschiedene Prinzipien.

Adsorbantien (z.B. medizinische Kohle, Pektin) können Gift- und Abfallstoffe im Darm binden.

Eine Reihe pflanzlicher Substanzen (Eichenrinde, Frauenmantelkraut, Gänsefingerkraut, Heidelbeeren, Syzygium, Tormentillwurzel) wirken zusammenziehend (adstringierend) auf die Darmschleimhautoberfläche und hemmen dadurch die Giftstoffaufnahme in den Körper und die Flüssigkeitssekretion in den Darm.
Elektrolytlösungen ersetzen den Verlust an Wasser und Mineralien. Bis zu vier Liter dieser Elektrolytflüssigkeit müssen über den Tag verteilt aufgenommen werden.

Verschiedene Hefen (Saccharomyces boulardii oder Saccharomyces cerevisiae) bzw. Bakterien (Lactobacillen, Colibakterien) wirken desinfizierend bzw. antibakteriell und können das Wachstum anderer, krankmachender Bakterien im Darm hemmen oder verzögern.
Loperamid dämpft die Muskelaktivität des Darmes, hemmt die Flüssigkeitsabgabe in den Darm. Es ist geeignet, Durchfall sehr schnell zu stoppen, eine aufmerksame Beobachtung des weiteren Verlaufs ist jedoch erforderlich.

5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Adsorbantien und Adstringentien können die Wirksamkeit anderer, z.B. ärztlich verordneter, Medikamente verringern. Auf einen zeitlichen Sicherheitsabstand der Einnahme sollte deshalb geachtet werden (mindestens zwei bis drei Stunden). Verringert werden kann auch die Wirkung der Antibabypille, was zu eingeschränktem Empfängnisschutz führen kann. Dies ist aber auch bei länger anhaltendem Durchfall der Fall.
Bei Mitteln, die die Darmbewegung hemmen (z.B. Loperamid), gibt es eine Reihe selten auftretender und vorübergehend auftretender Nebenwirkungen, wie z.B. Kopfschmerzen, Müdigkeit. In sehr seltenen Fällen kann Darmverschluss auftreten. Dann ist sofortige ärztliche Hilfe nötig.

6. Wann zum Arzt?
Der Arzt sollte aufgesucht werden bei schwerem Krankheitsgefühl, wenn Beimengungen von Blut oder Schleim im Stuhl sind, wenn Fieber oder langanhaltende Bauchschmerzen dazu kommen oder wenn man sich zusätzlich häufiger übergeben muss.
Wenn der Durchfall nach der Rückkehr von einer Reise in die Tropen auftritt, ist der Gang zum Arzt ebenfalls zu empfehlen.


Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Durchfall (Diarrhoe) und Mittel, die die Darmbewegung hemmen, gibt es auch in der Apotheke.
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