Rezeptfreie Medikamente gegen Zahnfleischentzündung (Parodontitis)

1. Was ist eine Zahnfleischentzündung?
Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder beim Beißen in einen Apfel ist häufig das erste Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung. Das Zahnfleisch schwillt dabei an und rötet sich. Verursacht wird die Entzündung durch bakterielle Zahnbeläge.

2. Was sind die Ursachen von Zahnfleischentzündungen?
In der Mundhöhle leben über 300 verschiedene Bakterienarten, die in einem natürlichen Gleichgewicht stehen. Eine kohlenhydratreiche Ernährung kann dieses Ökosystem aus der Balance bringen. Es kommt dann zur Vermehrung von Bakterien, die den mit der Nahrung aufgenommenen Zucker verdauen und dabei Säuren produzieren. Diese greifen den Zahnschmelz an (Karies) und führen zunächst zu einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die auf den Zahnhalte-Apparat übergreifen kann (Paradontitis) und im Endstadium zu Zahnausfall führt, wenn die schädlichen Beläge nicht durch gründliche Reinigung entfernt werden. Neben der Ernährung können auch bestimmte Krankheiten wie z.B. Diabetes oder eine erbliche Veranlagung die Entstehung von Zahnfleischentzündungen begünstigen.

3. Was kann man gegen Zahnfleischentzündung tun?
Das A und O für kräftige Zähne und gesundes Zahnfleisch ist eine sorgfältige Mundhygiene. Man sollte am besten nach jeder Mahlzeit die Zähne putzen. Wenn man Obst gegessen hat, ist es besser etwa 30 Minuten zu warten, bis der Speichel die Fruchtsäure neutralisiert hat. Sonst wird der Zahnschmelz durch die Säureeinwirkung beim Zähneputzen geschädigt. Wichtig ist auch die richtige Zahnbürste: Sie sollte einen kleinen Kopf und abgerundete Kunststoffborsten haben und spätestens nach 2 bis 3 Monaten gewechselt werden. Bei der Zahnreinigung sollte man auf die richtige Technik achten, d.h. stets vom Zahnfleisch zum Zahn, also von rot nach weiß, mit kreisenden oder rüttelnden Bewegungen putzen. Am besten ist es, sich beim Putzen an eine bestimmte Reihenfolge zu gewöhnen. So verhindert man, dass einzelne Zähne beim Säubern vergessen werden. Unterstützend bei der Reinigung wirken Zahncremes. Besonders fluoridhaltige Pasten tragen zur Stärkung des Zahnschmelzes bei und beugen somit Karies vor. Der regelmäßige Gebrauch von Zahnseide entfernt die sogenannten weichen Beläge in den schwer zugänglichen Zahnzwischenräumen. Dabei sollte man die Zahnseide immer nur ganz vorsichtig an der Zahnfläche auf und ab bewegen, damit das Zahnfleisch nicht verletzt wird. Mundwässer runden das Pflegeprogramm ab. Einige enthalten Fluorverbindungen, die vor Karies schützen, andere inaktivieren noch verbliebene Bakterien und beugen Zahnfleischerkrankungen vor.

4. Welche Medikamente helfen bei Zahnfleischentzündung?
1) Lokalanästhetika
Sie blockieren die Erregungsleitung in Nerven- und anderen Zellen. Der Schmerz wird nicht an das zentrale Nervensystem weitergeleitet.
a) Lidocain
b) Benzocain

2) Antiseptika (desinfizierende Mittel)
a) Cetylpyridiniumchlorid
b) Benzalkoniumchlorid
c) Dequaliniumchlorid
d) Chlorhexidin
e) Hexetidin

3) Pflanzliche Wirkstoffe, wie z.B.

a) Salbei
Salbeiblätter enthalten ätherisches Öl, dessen Hauptbestandteile Thujon, Cineol und Campher sind. Des weiteren Gerbstoffe, Diterpen-Bitterstoffe, Triterpene, Steroide, Flavone und Flavon-Glykoside. Salbei besitzt adstringierende und sekretionsfördernde Wirkungen, wirkt zudem gegen Bakterien, Pilze und Viren.

b) Myrrhe
Myrrhe enthält ätherisches Öl mit Furanosesquiterpenen, Monoterpene sowie Proteine und Kohlenhydrate. Sie besitzt lokal adstringierende Wirkungen und darüber hinaus desinfizierende und granulationsfördernde Eigenschaften.

c) Kamille
Kamillenblüten enthalten ätherisches Öl mit den Bestandteilen alpha-Bisabolol, Matricin und Flavonderivaten. Es besitzt antiphlogistische und spasmolytische Wirkungen, fördert die Wundheilung und wirkt antibakteriell.

5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Obwohl rezeptfreie Arzneimittel im allgemeinen gut verträglich sind, können Nebenwirkungen auftreten.

1) Lokalanästhetika
a) Lidocain,
b) Benzocain: In seltenen Fällen kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Schleimhautschwellungen oder Rötungen kommen

2) Antiseptika
a) Cetylpyridiniumchlorid: in seltenen sind Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen möglich
b) Benzalkoniumchlorid,
c) Dequaliniumchlorid: in seltenen Fällen sind allergische Reaktionen möglich
d) Chlorhexidin: es kann zu einer Beeinträchtigung des Geschmackempfindens kommen, Taubheitsgefühl der Zunge kann auftreten, Verfärbungen von Zähnen und Zunge sind möglich, Überempfindlichkeitsreaktionen
e) Hexetidin: es kann zu Geschmacksirritationen und Kontaktekzemen kommen

3) Pflanzliche Wirkstoffe
a) Salbei: in seltenen Fällen können Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, der Atemwege und des Magen-Darmbereiches auftreten b) Myrrhe: keine Nebenwirkungen bekannt
c) Kamille: nicht anwenden bei bekannter Allergie gegen Korbblütler

6. Wann zum Arzt?
Wenn man starke Schmerzen hat, das Zahnfleisch zurückgeht, die Zähne länger werden oder sich ein Zahn lockert, sollte man zum Arzt gehen. Auch ohne Beschwerden sollte man zweimal im Jahr zur Kontrolle zum Zahnarzt gehen.

Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Zahnfleischentzündung (Parodontitis) gibt es auch in der Apotheke gibt es auch in der Apotheke.
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