Rezeptfreie Medikamente gegen Venenbeschwerden
1. Was sind Venenbeschwerden und ihre Ursachen?
Die Venen sind der Teil des Blutgefäß-Systems (Adernsystems), in dem das Blut zum Herzen zurücktransportiert wird. Während in den Arterien genügend Energie für den Fluss des Blutes zur Verfügung steht, wird diese Energie, je weiter sich das Blut vom Herzen entfernt, immer geringer. Insbesondere in den Extremitäten und hier vorwiegend in den Beinen ist für den Rückfluss des Blutes (gegen die Schwerkraft) oftmals nicht mehr genügend Energie vorhanden. Der menschliche Körper ist darauf in der Weise eingerichtet, dass in den Venen sogenannte Venenklappen das Blut nur in Richtung Herz durchfließen lassen. Darüber hinaus verlaufen die Venen in bzw. nahe der Beinmuskulatur, so dass durch Kontraktion der Muskeln beim Bewegen das Blut zum Herzen aus den Venen herausgepresst wird (Muskelpumpe).
Dazu kommt allerdings ein Schwachpunkt der Venenwände. Im Unterschied zu den Arterien sind die Venenwände recht dünn und das führt dazu, dass sie in bestimmten Situationen, z.B. beim langen Stehen, ausbeulen. In diesen ausgeweiteten Venen finden die Klappen keinen Halt mehr und das Blut staut sich (Stauungsvenen bzw. "Krampfadern"). Hat dieser Prozess einmal begonnen, so schreitet er immer weiter fort und immer größere Bereiche sind davon befallen. Geschwollene Beine, Mangeldurchblutung, Durchblutungsstörungen bis hin zu massiven Gewebsschäden können die Folge sein. Lebensbedrohlich können die Folgezustände werden, wenn Blutgerinnsel auftreten.
2. Was kann man gegen Venenbeschwerden tun?
Auch bei Venenbeschwerden gilt: Wichtig ist die Vorbeugung. Man sollte bereits die ersten Anzeichen einer beginnenden Venenschwäche ernst nehmen. Dazu gehören schwere und müde Beine, Spannungsgefühle, geschwollene und dicke Beine, Juckreiz, Kribbeln oder Wadenkrämpfe. Zur Vorbeugung gehört:
- Regelmäßige Bewegung und maßvolles Sporttreiben. Hierbei eignen sich Ausdauersportarten am besten.
- Wann immer es geht: Hochlegen der Beine. Das erleichtert den Rückfluss des Blutes aus den Beinen.
- Förderung der "Muskelpumpe": Hierzu gehört beim Sitzen nicht die Beine übereinanderschlagen. Bei längeren Autofahrten oder Flugreisen auf genügend Beinfreiheit achten. Keine hochhackigen Schuhe tragen.
- Übergewicht abbauen und ballaststoffreiche Ernährung, darüber hinaus viel trinken.
- Sehr wirksam ist auch kaltes Wasser z.B. in Form des kalten Wassergusses auf die Beine.
Wenn bereits Venenprobleme mit geschwollenen Beinen (als Zeichen des Versagens von Venenklappen) bestehen, wird von Ärzten häufig ein Kompressionsstrumpf verordnet. Dieser unterstützt die Muskelpumpe und dadurch den Abfluss des venösen Blutes.
3. Welche Medikamente helfen bei Venenbeschwerden?
Zusätzlich zu den bereits erwähnten Maßnahmen können rezeptfreie Arzneimittel eingesetzt werden. Die sogenannten Venenmittel müssen aber stets über einen längeren Zeitraum genommen werden.
Oxerutin, Roßkastanienextrakt (Aescin), Troxerutin, rotes Weinlaub, Buchweizenkraut und Mäusedornwurzelstock dichten die Venenwände ab und verringern die Wassermenge, die ins Gewebe gepresst wird. Auf diese Weise beugen sie Schwellungen vor. Da diese Wirkstoffe außerdem die Venenwände kräftigen, fördern sie den Blutfluss.
Abschwellend und entzündungshemmend wirken Enzyme zum Einnehmen.
Es gibt auch Venenmittel zur äußeren Anwendung. Hierbei lindern sowohl das Einmassieren als auch die enthaltenen Wirkstoffe die Beschwerden. Roßkastanienextrakt, Mäusedornwurzelstock und rotes Weinlaub helfen bei schweren Beinen und Neigung zu Schwellungen. Arnika und Hamamelisrinde hemmen Entzündungsprozesse und helfen bei schweren und geschwollenen Beinen. Blutegel-Extrakt und Heparin wirken gerinnungshemmend und verbessern so die Fließeigenschaft des Blutes.
4. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Rezeptfreie Arzneimittel zur Selbstmedikation sind im allgemeinen gut verträglich. Besondere Risiken bei Venenmitteln sind nicht bekannt. In jedem Fall sollte aber die Packungsbeilage sorgfältig beachtet und der Rat von Arzt und Apotheker eingeholt werden.
5. Wann zum Arzt?
Bei bestehendem Venenleiden ist ein Arztbesuch dann angesagt, wenn plötzlich Schmerzen im Bein auftreten. Wenn plötzlich Husten und Atembeschwerden auftreten, kann dies ein Hinweis auf einen Gefäßverschluss sein. Dann ist die sofortige Einweisung in die Klinik erforderlich.
Ein Arztbesuch ist auch dann angezeigt, wenn sich das Venenleiden verschlechtert oder neue Symptome auftreten (z.B. umgrenzte, schmerzhafte Rötungen).
Rezeptfreie Venenmittel gegen Venenbeschwerden gibt es auch in der Apotheke.