Rezeptfreie Medikamente für den Sonnenschutz

1. Was ist ein Sonnenbrand?
Die ersten Anzeichen eines Sonnenbrandes sind ein Prickeln oder Spannungsgefühl der Haut. Die Haut rötet sich, das Gewebe schwillt an und führt in besonders schweren Fällen sogar zur Blasenbildung.

2. Was sind die Ursachen von Sonnenbrand?
Wer sich zulange ungeschützt in der Sonne aufhält, muss mit einem Sonnenbrand rechnen. Besonders hellhäutige Menschen mit blondem oder rötlichem Haar und Sommersprossen (Typ 1 mit einer Eigenschutzzeit von max. 5-10 Minuten) sind stark gefährdet. Verursacht wird ein Sonnenbrand vom UV-B-Anteil im Sonnenlicht. Auch dunkelhäutige Menschen können sich nur eine begrenzte Zeit ungeschützt der Sonne aussetzen. Sobald die Eigenschutzzeit der Haut überschritten ist, kommt es bei ihnen zum Sonnenbrand. Übermäßiges Sonnenbaden beschleunigt den Alterungsprozess der Haut, dafür sind die UV-A-Strahlen verantwortlich. Eine gesunde Haut ist normalerweise sehr anpassungsfähig. Sie bildet unter Sonneneinwirkung vermehrt dunkle Pigmente, das sogenannte Melanin. Es absorbiert das Licht und schützt die Haut vor Strahlen. Mit der Zeit entwickeln die obersten Hornschichten eine Lichtschwiele, die ebenfalls Strahlung abfängt. Werden die in die Haut eingebauten Reparaturmechanismen jedoch überstrapaziert, besteht die Gefahr an Hautkrebs zu erkranken.

3. Was kann man vorbeugend gegen Sonnenbrand tun?
Wenn man längere Zeit intensiver Sonnenbestrahlung ausgesetzt ist, sollte man auf jeden Fall ein Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF) auftragen. Am besten entfaltet sich seine Wirkung, wenn es eine halbe Stunde vor dem Sonnenkontakt aufgetragen wird. Auch wasserfeste Sonnenschutzmittel überstehen einen Aufenthalt im Wasser nicht unbeschadet. Man muss nach einem ausgedehnten Bad unbedingt die Haut erneut eincremen. Allerdings erhöht sich durch wiederholtes Eincremen nicht die Zeit, die man in der Sonne bleiben darf. Besonders Männer mit einer Glatze oder Halbglatze sollten das Eincremen nicht vergessen. Bei lichtem Haar ist es wichtig, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Damit es erst gar nicht zum Sonnenbrand kommt, sollte man die Haut langsam an die intensivere Sonnenstrahlung gewöhnen. Dadurch kann sie ihre Schutzmechanismen aufbauen (Pigmente und Lichtschwiele). Schon bei den ersten Anzeichen eines Sonnenbrandes sollte man das Sonnenbad abbrechen. Kühlende Cremes oder Gele beruhigen die Haut. Auch Joghurt oder Quark, die man direkt auf die betroffenen Stellen aufträgt, lindern die Beschwerden. Um die Haut nicht zusätzlich zu reizen, sollte man nur leichte und weite Kleidung tragen.

4. Welche Arzneimittel helfen bei Sonnenbrand?
Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Sonnenbrand gekommen ist, können kühlende Gele und Salben mit Antihistaminika oder Hydrocortison Linderung bringen.

Antihistaminika:
a) Bamipin kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Es wirkt gegen Juckreiz, Insektenstiche und Sonnenbrand.
b) Chlorphenoxamin kann bei allergischen und juckenden Dermatosen, Verbrennungen 1. Grades, Insektenstichen und Sonnenbrand angewendet werden.
c) Dimetindenmaleat
Hilft gegen Juckreiz bei Ekzemen, Insektenstichen, Verbrennungen 1. Grades und Sonnenbrand.

Hydrocortison zur äußerlichen Anwendung
Hydrocortison wirkt wie körpereigenes Kortison vor allem entzündungshemmend und lindert die Beschwerden bei entzündlichen, juckenden und allergischen Hautveränderungen, inklusive Sonnenbrand.

5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Antihistaminika:
a) Bamipin
In seltenen Fällen kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen. Gelegentlich tritt ein leichtes Brennen auf. Bei großflächiger Anwendung sind bei Kindern sehr selten Unruhe, Verwirrtheit, Pupillenerweiterung, bei Erwachsenen Müdigkeit zu beobachten.
b) Chlorphenoxamin
Es kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.
c) Dimetindenmaleat
Es kann selten zu vorübergehenden lokalen Hautreaktionen wie Trockenheit oder Brennen kommen. In Einzelfällen sind allergische Reaktion möglich.

Hydrocortison zur äußerlichen Anwendung
Bei langfristiger (jahrelanger) großflächiger Anwendung kann es zu Hautschäden kommen.

6. Wann zum Arzt?
Wenn die Haut Blasen wirft und die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage deutlich besser werden, sollte man zum Arzt gehen.

Rezeptfreie Medikamente/Mittel für den Sonnenschutz gibt es auch in der Apotheke.
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