Rezeptfreie Medikamente gegen Juckreiz

1. Was ist Juckreiz?
Juckreiz wird gelegentlich als "unterschwelliger Schmerzreiz" beschrieben. Er ist einer Schmerzempfindung ähnlich: je nach Aufmerksamkeitsgrad bzw. Ablenkung kann er als weniger oder stärker empfunden werden.

2. Was sind die Ursachen von Juckreiz?
Allein der Gedanke an Juckreiz oder Kratzen kann einen Juckreiz auslösen. Äußere Einflüsse wie Unbehagen, Verlegenheit, Nachdenken, Ärger, Erwartung, Zeitdruck, oder Langeweile können Juckreiz anstoßen. Weiterhin kann er auch durch den Anblick von Hautveränderungen im Spiegel oder die Wahrnehmung von "Kribbeln" auf der Haut auftreten.

3. Was kann man gegen Juckreiz tun?
Juckreiz wird oft schlimmer empfunden als Schmerz. Nur zusätzliche Schmerzreize selbst können den Juckreiz beenden. Deshalb reagieren die Betroffenen mit Kratzen auf den Juckreiz und fügen der Haut damit oftmals Schaden zu. Kratzen sollte man vermeiden, weil sich die betroffenen Hautregionen leichter entzünden und sich dadurch das Leiden noch verschlimmert. Häufig kommt es auch zur Narbenbildung. Als Kratzalternativen eignen sich Klopfen oder auch Hitzeeinwirkung. Sie "befriedigen" den Juckreiz, schädigen die Haut aber nicht dauerhaft.

Trockene Haut führt häufig zu Juckreiz. Deshalb ist eine ständige Rückfettung der Haut wichtig, um Juckreiz zu vermeiden. Vor dem Einschlafen sollte man sich immer gut eincremen. Wacht man in der Nacht oder gegen Morgen mit starkem Juckreiz auf, ist die Haut schon wieder ausgetrocknet und sollte erneut eingecremt werden. Denn nach einigen Stunden Schlaf kann die Haut schon wieder ausgetrocknet sein. Um Verletzungen der Haut beim Kratzen zu vermeiden, sollte man auf kurze Fingernägel achten und nachts evtl. Baumwollhandschuhe tragen. Darüber hinaus spielt auch die Kleidung eine Rolle. Nach Möglichkeit sollte man Bekleidung aus reiner Baumwolle tragen.

Schweiß erzeugt Juckreiz, daher sollte man Schwitzen vermeiden. Wenn Schwitzen der Grund für den Juckreiz ist, sollte man den Schweiß abtupfen oder das entsprechende Körperteil unter laufendem, kühlen Wasser abspülen.

Auch Eisbeutel oder Eiswürfel helfen den Juckreiz zu lindern. In manchen Fällen verschaffen dagegen Hitzeapplikationen Linderung.

4. Welche Medikamente helfen bei Juckreiz?
Gegen Juckreiz helfen rezeptfreie Arzneimittel, sogenannte Antihistamine wie z.B. Azelastin, Cetirizin, Bamipin oder Lokalanästhetika, wie Lidocain, Benzocain, Procain, Polidocanol. Sie können innerlich als Tabletten oder äußerlich als Gel, Creme, Salbe oder Puder angewendet werden.

Antihistamine verhindern nicht die Freisetzung von Histamin, sondern unterdrücken die damit verbundenen Symptome. Sie können prophylaktisch genommen werden, da es etwas dauert, bis sie wirken. Den Nachteil eines müde machenden Effektes haben die neueren Antihistamine, wie z.B. Azelastin, Loratadin, Cetrizin nicht mehr oder nicht mehr so stark. Bei oral z.B. als Tabletten eingenommenen Antihistaminen sollte allerdings gleichzeitiger Alkoholgenuss unterbleiben.

Lokalanästhetika wirken bei Juckreiz und Schmerz örtlich betäubend, weil sie die Weiterleitung von Nervenimpulsen blockieren. Sie können in Form von Salben, kühlenden Gelen, Cremes oder Puder auf die Haut aufgetragen werden.

5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Rezeptfreie Arzneimittel sind in der Regel gut verträglich. Allerdings können auch bei Antihistaminen und Lokalanästhetika in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

  • Antihistamine
    Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Antihistamine sollten sie nicht angewendet werden. Bei Kindern unter 12 Jahren, in der Schwangerschaft und Stillzeit sollte vor Anwendung der Arzt befragt werden.
  • Lokalanästhetika
    Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden.

6. Wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist immer dann angezeigt, wenn Juckreiz, dessen Ursache unklar ist, zum ersten Mal auftritt oder wenn der Juckreiz länger anhält.


Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Juckreiz gibt es auch in der Apotheke.

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