Rezeptfreie Medikamente bei Insektenstichen
1. Wie äußern sich Insektenstiche?
Wespen-, Bienen-, Hornissen- oder Mückenstiche sind zwar unangenehm, aber in der Regel nicht gefährlich. Meist rötet sich die Haut nach einem Insektenstich. Die betroffene Stelle schwillt an, juckt, brennt oder schmerzt. Schuld daran sind verschiedene allergene Substanzen und Histamin im Gift der Bienen und Wespen, welche entzündungsfördernde Substanzen freisetzen und für die Hautreaktion verantwortlich sind. Bilden sich jedoch dicke Quaddeln oder Hautausschlag und kommen bei hierfür empfindlichen Personen Symptome wie Schwindel, Schüttelfrost, Herzrasen oder Atemnot hinzu, handelt es sich nicht um eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers, sondern um eine allergische Reaktion. Diese kann zu einem Schock mit vollständigem Kreislaufversagen führen und ist deshalb für die betreffenden Personen lebensbedrohlich.
2. Was kann man gegen Insektenstiche tun?
Zur Vorbeugung gegen Wespen-, Bienen- oder Mückenstiche helfen folgende Maßnahmen:
- auf keinen Fall nach einem Insekt schlagen
- sich nicht in der Nähe von Nestern oder Abfallkörben aufhalten - auf Wiesen nicht barfuß laufen
- keine starken Parfums benutzen
- beim Verzehr süßer Speisen oder Getränke darauf achten, kein Insekt versehentlich zu verschlucken
- Haut mit Insektenabwehrmitteln einreiben
- Fliegengitter vor den Fenstern anbringen
- Duftkerzen anzünden; Mücken mögen keinen Zimt-, Nelken-, Pfefferminz-, Zitronen- oder Lavendelduft
- sich nicht in der Nähe stehender Gewässer aufhalten
- Hyposensibilisierung bei Allergie (dabei wird der Allergiker langsam an das Wespen- bzw. Bienengift gewöhnt und muss nach einem Stich keine lebensbedrohlichen Reaktionen mehr befürchten)
Ist man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch von einer Wespe oder Biene gestochen worden, sollte man zunächst vorsichtig den Stachel entfernen, dabei die Giftblase nicht abdrücken, weil sonst noch mehr Gift in die Blutbahn gelangt. Anschließend sollte man den Stich mit Eis oder kaltem Wasser kühlen. Bei einem Stich in den Rachen ist das besonders wichtig, um ein weiteres Anschwellen zu verhindern (Erstickungsgefahr!). Bei Allergikern sollte man die betroffenen Extremitäten abbinden, um die Blutzirkulation und den weiteren Gifttransport zu verhindern. Die Notfallmedikamente sollten immer zur Hand sein und sofort eingenommen werden.
Hausmittel gegen Mückenstiche:
- Umschläge mit verdünntem Essigwasser lindern den Juckreiz
- Zwiebel-, Kartoffel- oder Apfelscheiben auf die Einstichstelle legen
- Einreiben mit Alkohol oder Speichel
3. Welche Medikamente helfen bei Insektenstichen?
Zur Behandlung von Insektenstichen eignen sich am besten lokal anzuwendende Cremes oder Gele, die Antihistaminika wie z.B. Bamipin, Dimetinden, Chlorphenoxamin oder Lokalanästhetika, wie z.B. Benzocain, Lidocain, Polidocanol enthalten. Antihistamine verhindern die Freisetzung von Histamin und lindern den Juckreiz. Lokalanästhetika unterdrücken die Schmerzempfindung und den Juckreiz.
4. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
In der Regel sind rezeptfreie Arzneimittel gut verträglich, jedoch kann es bei der Anwendung von Antihistaminika oder Lokalanästhetika zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. Hautausschlag kommen.
5. Wann zum Arzt?
Wenn die Reaktion auf einen Stich sehr heftig ist, Schwindel, Übelkeit oder Ausschlag auftreten, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Auch bei Stichen in den Hals oder Mund sollte man umgehend zum Arzt gehen.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel bei Insektenstichen gibt es auch in der Apotheke.