1. Was ist Herpes?
Dabei handelt es sich um kleine, nässende Bläschen auf geröteter Haut oder Schleimhaut, die durch das Herpes-simplex-Virus hervorgerufen werden.
2. Was sind die Ursachen von Herpes?
Die meisten Menschen haben sich schon im Kindesalter mit dem Herpes-simplex-Virus infiziert. Die erste Infektion erfolgt häufig durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion im 1.-5. Lebensjahr und verläuft in rund 90 Prozent aller Fälle völlig unbemerkt ab. Die meiste Zeit werden die Viren von den Abwehrkräften in Schach gehalten und befinden sich in einer Art Dämmerzustand. Ist das Immunsystem geschwächt, werden sie aktiv. Auslöser für einen Herpesausbruch können fieberhafte Erkrankungen, Magen-Darmstörungen, UV-Strahlung, hormonelle oder psychische Faktoren sein. Im Anfangsstadium treten Juckreiz, Kribbeln und Spannungsgefühl auf. Dann bilden sich zunächst stecknadelkopfgroße Bläschen an den Lippen, den Wangen, der Nase oder den Ohrläppchen, später kommt es zur Pustelbildung. Die Pusteln sind angefüllt mit einer klaren Flüssigkeit, die unzählige Viren enthält. Nach ein paar Tagen verheilen die Bläschen unter Krustenbildung, ohne Narben zu hinterlassen. Herpes ist sehr ansteckend und wird z.B. durch Küssen übertragen. Erst wenn der gesamte Herpes mit Schorf bedeckt ist, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.
Im Allgemeinen ist Herpes zwar ein lästige, aber harmlose Erkrankung. In seltenen Fällen kann die Virusinfektion jedoch auf die Hornhaut des Auges übergreifen und zu bleibenden Augenschäden führen.
3. Was kann man gegen Herpes tun?
Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Kost, regelmäßiger sportlicher Betätigung, viel frischer Luft und ausreichend Schlaf stärkt das Immunsystem. Intensive Sonnenbestrahlung sollte man darüber hinaus vermeiden bzw. ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor benutzen. Auf gar keinen Fall sollte man die Bläschen aufkratzen, weil man sonst die Viren auf der Haut verteilt und es zu neuen Infektionen kommt. Aus diesem Grund sollte man sich nach einer Berührung der Herpespusteln auch die Hände waschen.
4. Welche Medikamente helfen bei Herpes?
Eine Selbstbehandlung von Lippenherpes sollte man so früh wie möglich - schon bei den ersten Anzeichen wie Brennen oder Kribbeln - beginnen. Dazu gibt es rezeptfreie Gele oder Cremes mit den Wirkstoffen Zink, Aciclovir oder Melisse.
- Aciclovir
Aciclovir gilt als der bestuntersuchte Wirkstoff zur Bekämpfung von Herpes-simplex-Infektionen. Bei frühzeitiger Behandlung - innerhalb von sieben Stunden nach Auftreten der ersten Symptome - kann die Dauer der Erkrankung verkürzt werden. Aciclovir blockiert die Vermehrung der Viren, ohne gesunde Zellen zu schädigen und kann bei Herpes mit schmerzhaften Hautbläschen eingesetzt werden. Herpes-Infektionen an den Geschlechtsorganen sowie am Auge, bei denen grundsätzlich dieselben Präparate helfen, sollen von einem Augen- bzw. Hautarzt behandelt werden.
- Melisse
Trockenextrakte aus Melissenblättern sind äußerlich angewendet gegen Herpes simplex Viren wirksam. Der therapeutische Nutzen ist durch klinische Studien belegt. Melissenextrakt unterbindet das Eindringen des Virus in die Zelle, indem vorübergehend Rezeptoren der Zellen besetzt werden. Damit wird eine weitere Ausbreitung der Infektion verhindert und der Heilungsprozess beschleunigt.
- Zinksulfat
Zinksulfat kann auch bei Herpesbläschen die Wundheilung fördern, vor allem in Verbindung mit Heparin-Natrium. Laborstudien zufolge hemmt Zinksulfat das Eindringen von Viren in gesunde Zellen.
5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Rezeptfreie Arzneimittel sind im allgemeinen gut verträglich, selten treten unerwünschte Nebenwirkungen, wie z.B. Rötungen oder Juckreiz auf.
6. Wann zum Arzt?
Man sollte zum Arzt gehen, wenn zum Herpes starke Krankheitsgefühle wie z.B. Fieber hinzukommen, wenn die Infektion bei Neugeborenen oder Kleinkindern auftritt oder wenn die Geschlechtsorgane oder Augen von Herpes befallen sind.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Herpes gibt es auch in der Apotheke.