Rezeptfreie Medikamente gegen Hautpilz
1. Was sind Hautpilzerkrankungen?
Hautpilzerkrankungen sind durch Pilze bedingte Infektionskrankheiten der Haut und angrenzenden Schleimhäute.
2. Was sind die Ursachen von Hautpilzerkrankungen?
Pilze sind in der Regel harmlose Bewohner von Haut und Schleimhaut. Sie führen erst zu einer Erkrankung, wenn sie sich durch eine Störung des natürlichen Hautgleichgewichts übermäßig stark vermehren können. Auslöser dafür können Krankheiten z.B. Diabetes oder AIDS, langzeitige Antibiotikaeinnahme oder hormonelle Einflüsse durch Schwangerschaft oder Einnahme der Antibabypille sein. Ist das Gleichgewicht der Haut gestört, kann man sich leicht in Schwimmbädern, öffentlichen Toiletten, Saunen oder Solarien anstecken. Wärme und Feuchtigkeit begünstigen darüber hinaus das Ausbreiten der Erreger. Die Haut reagiert mit Rötung, Schuppung, Bläschen- oder Pustelbildung, gelegentlich treten Juckreiz oder brennende Schmerzen auf.
3. Was kann man gegen Hautpilzerkrankungen tun?
Da Pilzinfektionen mit einem geschwächten Immunsystem einhergehen, ist es wichtig, die Abwehrkräfte vorbeugend zu stärken. Dabei hilft eventuell eine zucker- bzw. kohlenhydratarme Diät. Man sollte zudem auf eine sinnvolle Körperhygiene achten, d.h. zum Waschen keine Waschsubstanzen verwenden, die den natürlichen Säureschutzmantel der Haut zerstören und sich nach dem Waschen gut abtrocknen. Wer zum Schwitzen neigt, sollte regelmäßig die Kleidung wechseln, denn ein feuchtwarmes Klima fördert die Vermehrung von Hautpilzen. Ideal ist daher auch das Tragen von Baumwoll-Unterwäsche, da sie Feuchtigkeit abtransportiert und es der Haut ermöglicht zu atmen.
4. Welche Medikamente helfen bei Hautpilzerkrankungen?
Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen, sogenannte Antimykotika, kann man nach ihrer Anwendungsart in zwei Gruppen unterteilen:
- Mittel zur örtlichen Anwendung (lokale Wirkung) als Salbe, Creme oder Spray z.B. Miconazol, Clotrimazol, Nystatin, Bifonazol, Econazol, Ketoconazol, Isoconazol, Tioconazol.
- Medikamente, die von innen wirken (systemische Wirkung) und in Form von Tabletten, Dragees oder Tropfen eingenommen werden z.B. Nystatin.
Anwendungsgebiete: Pilzerkrankungen zwischen den Fingern und den Zehen, Pilzerkrankungen der Haut und Hautfalten, am Kopf, des Anal- und Genitalbereichs, oberflächliche durch Candida-Arten hervorgerufene Pilzerkrankungen, Pilzinfektionen der Mundschleimhaut (Soormykosen), bei entzündlichen Ekzemen in Bereichen vermehrter Talgproduktion (seborrhoische Dermatitis).
Wichtig für eine erfolgreiche Therapie ist es, die Behandlung nach dem Abklingen der Symptome mindestens 2-3 Wochen weiterzuführen. Es kann sonst durch den verfrühten Abbruch zu Rückfällen und chronischen Pilzerkrankungen kommen. Denn auch nach dem ersten Nachlassen der Symptome existieren noch Pilzsporen, die durch die Wirkung des Medikamentes zwar nicht auskeimen, aber zunächst noch lebensfähig sind.
5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Rezeptfreie Arzneimittel sind in der Regel gut verträglich. Selten kann es zu Reizungen mit Rötung, Stechen und / oder Brennen kommen. In seltenen Fällen treten allergische, lokale Hautreaktionen auf. Mittel mit lokaler Wirkung sollten während der Stillzeit nicht im Brustbereich angewendet werden.
6. Wann zum Arzt?
Wenn die Beschwerden stark sind oder trotz Behandlung stärker werden, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Hautpilz gibt es auch in der Apotheke.