Rezeptfreie Medikamente für Haare und Nägel

1. Was sind Wachstumsstörungen von Nägeln und Haaren und ihre Ursachen?
Gebremstes Wachstum an Nägeln und Haaren ist nicht zwangsläufig ein kosmetisches Problem, sondern kann auch Zeichen einer Allgemeinerkrankung des Körpers oder eines Mangels, z.B. an Eisen sein.

Die Ursachen für brüchige Fingernägel oder schichtweises Abblättern der oberen Nagelschichten sind noch nicht völlig geklärt. Möglicherweise wirkt sich das dauernde Arbeiten mit Wasser und Waschsubstanzen ungünstig auf die Festigkeit der Nägel aus. Der feste Bestandteil des Nagels, das Keratin, quillt auf und die Nagelstruktur verliert ihre Stabilität. Häufig kommt es auch durch falsche Maniküre, Bakterien oder Pilze zu Entzündungen des Nagelfalzes. Dadurch wird das Wachstum der Nägel gebremst. Auch Verletzungen des Nagelwalls z.B. durch unsanftes Zurückschieben der Nagelhaut, führen zu verzögertem Wachstum. Als sichtbares Zeichen für eine solche Störung zeigen sich Querrillen am Nagel. Bei kleinen weißen Flecken auf den Nägeln handelt es sich um Lufteinlagerungen, die auf Verletzungen zurückzuführen sind.

Wachstumsstörungen der Haare äußern sich in übermäßigem Haarausfall. Auslöser dafür können äußere Faktoren wie z.B. das Tragen einer Perücke oder straff gebundene Haare, aber auch innere Faktoren wie Schwangerschaft, Geburt, Magersucht, Mangelernährung, Einnahme von Hormonpräparaten, akute Virusinfektionen oder organische Erkrankungen beispielsweise der Schilddrüse sein.

2. Was kann man gegen Wachstumsstörungen tun?
Zur Vorbeugung gegen Wachstumsstörungen der Nägel sollte man bei der Hausarbeit Handschuhe tragen oder eine wasserabweisende Schutzcreme benutzen. Auch Nagelhärter schützt die Fingernägel vor dem Aufquellen. Die Nagelhaut sollte nach Möglichkeit immer vorsichtig mit einem Stäbchen zurückgeschoben und niemals beschnitten werden, um Verletzungen und Entzündungen zu verhindern.

Zur Haarpflege sollte man nur milde Shampoos verwenden, das Haar nach der Wäsche gründlich ausspülen und an der Luft trocknen lassen. Spülungen und Haarkuren machen die Haare besser kämmbar und verhindern ein leichtes Ausreißen. Spezielle Haarwässer wirken beruhigend auf die Kopfhaut, regen die Durchblutung an und lindern Juckreiz. Generell sollte man dem Haar übermäßige Belastungen wie Färben oder Dauerwellen ersparen. Nach dem Schwimmen oder Baden sollte man nicht mit nassen Haaren in die Sonne gehen, da die UV-Strahlen das Haar strapazieren. Auch heiße Fönluft oder Lockenstäbe schädigen empfindliches Haar.

3. Welche Medikamente helfen bei Wachstumsstörungen?
Es gibt eine Reihe rezeptfreier Arzneimittel, die dem Körper Substanzen liefern, die für den Aufbau von Nägeln und Haaren wichtig sind, wie z.B. Gelatine, Aminosäuren, Keratin, B-Vitamine, Multivitamine, Biotin oder Spurenelemente wie Zink. Vor allem Biotin soll sich stabilisierend und festigend auf die Nagelsubstanz auswirken. Biotin-Präparate müssen jedoch mindestens sechs Monate eingenommen werden, da die Nägel solange brauchen, um einmal vom Nagelwall bis zur Fingerkuppe herauszuwachsen.

4. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Rezeptfreie Arzneimittel sind im allgemeinen gut verträglich, jedoch können in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten.

5. Wann zum Arzt?
Wenn die Nägel große weiße Flecken, starke Längsrillen, Verformungen oder Verfärbungen aufweisen oder wenn eine Entzündung der Nagelumgebung vorliegt, sollte man den Arzt aufsuchen. Ebenso sollte man einen Arzt zu Rate ziehen, wenn für den Haarausfall keine Ursachen erkennbar sind und die eigenen Therapieversuche keine Besserung bringen.


Rezeptfreie Medikamente/Mittel für Haare und Nägel gibt es auch in der Apotheke.

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