Rezeptfreie Medikamente zur Blutungsstillung

1. Was kann man zur Wundversorgung tun?
Die Behandlung von Wunden umfasst zum einen die Reinigung und Desinfektion des verletzten Gewebes, zum anderen die Blutungsstillung. Beim Verbinden der Wunde sollte man darauf achten, dass sich nicht zuviel Feuchtigkeit unter dem Verband ansammelt, weil dadurch das Wachstum von Krankheitserregern und damit eine mögliche Entzündung der Wunde gefördert wird. Das Verbandsmaterial sollte luftdurchlässig sein und regelmäßig erneuert werden. Bei stark blutenden Wunden kann ein zeitlich begrenztes Abbinden der betroffenen Extremität nötig sein. Auf jeden Fall aber sollte der Verband fest angelegt werden - ein Wundkissen oder Verbandspäckchen wirken als Druckpolster - um die Blutung zu stillen. Auch das Hochlagern der verletzten Stelle trägt zur Blutungsstillung bei. Wenn die Verletzung ausreichend versorgt ist, sollte man größere Wunden ruhigstellen, damit der Heilungsprozess nicht beeinträchtigt wird. Bei kleineren Schnittwunden reicht es aus, ein Pflaster stramm über die etwas übereinandergeschobenen Wundränder zu ziehen.

2. Welche Medikamente tragen zur Blutungsstillung bei?
Neben dem Verbinden unterstützen Salben, Lösungen oder auch Sprühverbände mit den nachfolgend genannten Wirkstoffen die Wundheilung:
  • Polyvidon-Jod
    Zur antiseptischen Behandlung bei Hautinfektionen, Schnitt- und Schürfwunden, Verbrennungen.
  • Dexpanthenol
    Wird zur unterstützenden Behandlung der Heilung von Haut- und Schleimhautläsionen eingesetzt.
  • Chlorhexidin
    Zur antiseptischen Behandlung von oberflächlichen Wunden.
  • Ringelblume
    Ringelblumenzubereitungen enthalten Triterpenglykoside, Carotinoide, ätherisches Öl und Bitterstoffe. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaft eignen sie sich zur Wundreinigung bei stark verschmutzten oder infizierten Wunden. Sie beeinflussen zudem bei lokaler Anwendung die Wundheilung günstig.
  • Kamille
    Kamillenblütenzubereitungen enthalten a-Bisabolol oder Bisabololoxide, Matricin und Flavonoide. Sie wirken antientzündlich und fördern die Wundheilung.

3. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Rezeptfreie Arzneimittel sind im allgemeinen gut verträglich. In seltenen Fällen können Unverträglichkeitsreaktionen wie Brennen oder Wärmegefühl auftreten.

4. Wann zum Arzt?
Bei Bissverletzungen, Stromunfällen, Kopf-, Augen- oder Knochenverletzungen, bei stark verschmutzten oder stark blutenden Wunden, bei eingedrungenen Fremdkörpern oder wenn sich die Anzeichen einer Blutvergiftung - rote Streifen von der Wunde in Richtung Herz - bemerkbar machen, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen.


Rezeptfreie Medikamente/Mittel zur Blutungsstillung gibt es auch in der Apotheke.
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