Rezeptfreie Medikamente bei Wechseljahresbeschwerden

1. Was sind Wechseljahrbeschwerden?
Die Wechseljahre kündigen sich durch unregelmäßige Monatsblutungen an, dabei kann der Zyklus länger oder verkürzt sein. Sie liegen kurz vor und nach der sogenannten Menopause, dem vollständigen Aussetzen der monatlichen Periode. Typische Beschwerden, die in dieser Phase auftreten, sind: Hitzewallungen, Frösteln, Schlafstörungen, Reizbarkeit und Erschöpfung bis hin zu depressiven Verstimmungen. Durch die hormonellen Veränderungen kann es auch zu einer verstärkten Entkalkung der Knochen kommen. Das Risiko von Knochenbrüchen steigt.

2. Was sind die Ursachen von Wechseljahrbeschwerden?
Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr nimmt die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone, Östrogen und Progesteron, ab. In den Eierstöcken reifen keine befruchtungsfähigen Eizellen mehr heran. Die Fähigkeit schwanger zu werden, sinkt. Auf diese Veränderungen im Hormonhaushalt kann sich der Körper nicht schlagartig einstellen und seine Funktionen geraten durcheinander. Bis sie sich wieder eingependelt haben, können jedoch Jahre vergehen. Vielen Frauen wird in dieser Phase bewusst, dass sie älter werden. Besonders bei Menschen, die bis zu diesem Zeitpunkt immer nur für andere gelebt haben, kann das zu seelischen Problemen führen. Andere Frauen wiederum sehen die Wechseljahre als neuen Lebensabschnitt und entdecken neue Perspektiven und Möglichkeiten.

3. Was kann man gegen Wechseljahrbeschwerden tun?
Zunächst einmal sollten Frauen sich bewusst machen, dass die Wechseljahre keine Krankheit sind und ein positives Verhältnis zu sich und ihrem Alter entwickeln. Heutzutage gehören Frauen im Alter zwischen 40 und 50 noch lange nicht zum alten Eisen. Im Gegenteil: Für sie spielen Attraktivität, Aktivität und Sexualität eine große Rolle. Die meisten Frauen können ihre Sexualität sogar besser genießen, weil die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft entfällt. Im Kampf gegen Hitzewallungen haben sich Wechselbäder und -duschen, Gymnastik und Schwimmen als hilfreich erwiesen. Wichtig ist es auch, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und ausreichend Milchprodukte zu sich zu nehmen, um der Knochenentkalkung entgegen zu wirken.

4. Welche Medikamente helfen bei Wechseljahrbeschwerden?
Bei einer depressiven Verstimmung helfen pflanzliche Präparate mit Johanniskraut gut über diese vorübergehende Phase hinweg. Gegen Nervosität und innere Unruhezustände wirken rezeptfreie Arzneimittel mit Hopfen oder Baldrian. Besteht ein erhöhtes Osteoporose-Risiko kann nach Rücksprache mit dem Frauenarzt eine Hormontherapie sinnvoll sein. Weibliche Geschlechtshormone können den wechseljahrbedingten Abbau von Knochensubstanz aufhalten. Wer keine Hormonbehandlung braucht, kann auf pflanzliche Präparate zurückgreifen. Besonders wirkungsvoll sind die Inhaltstoffe der Traubensilberkerze und des Mönchspfeffer. Auch Mineralstoffpräparate mit Kalzium wirken dem Verlust der Knochenmasse entgegen.

Traubensilberkerze
Die Inhaltsstoffe des Wurzelstocks der Traubensilberkerze wirken östrogenartig und lindern Menstruationsbeschwerden, prämenstruelle und neurovegetative Beschwerden der Wechseljahre. Die Phytoöstrogene der Traubensilberkerze sind Gegenspieler des luteinisierenden Hormon (LH), das für die Hitzewallungen während der Wechseljahre verantwortlich ist. Zahlreiche Symptome der Menopause, wie Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Nervosität, Schlafstörungen und Depressionen können nach einer 6-8-wöchigen Therapie mit Traubensilberkerzen-Extrakt bei den meisten Frauen vollständig beseitigt werden.

Mönchspeffer
Die Früchte des Mönchspfeffers enthalten östrogen-ähnliche Substanzen (Phytoöstrogene, Öle und Flavonoide), die bei Regelblutungsstörungen, prämenstruellem Syndrom, Wechseljahrbeschwerden, Spannungs- und Schwellungszuständen der Brüste wirksam sind.

5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Präparate mit Traubensilberkerze und Mönchspfeffer sind im allgemeinen gut verträglich und führen selten zu Nebenwirkungen.

6. Wann zum Arzt?
Wenn der Zyklus unregelmäßig wird, man ohne Grund traurig oder reizbar ist, plötzlich mehr Haare ausfallen als gewohnt, wenn Hitzewallungen auftreten, die Konzentrationsfähigkeit stark abnimmt oder man neuerdings unter Schlafstörungen leidet, sollte man zu man Arzt gehen.

Rezeptfreie Medikamente/Mittel bei Wechseljahresbeschwerden gibt es auch in der Apotheke.
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