Rezeptfreie Medikamente gegen Schlafstörungen
1. Was sind Schlafstörungen
Der menschliche Körper braucht Schlaf als eine Ruhephase, in der er sich regenerieren kann.
Der Schlafbedarf ist unterschiedlich. Während Säuglinge ca. 15 Stunden benötigen, sinkt der Schlafbedarf bei Jugendlichen auf ca. 10 Stunden und bei Erwachsenen je nach Alter auf 6 bis 9 Stunden.
Jeder Mensch scheint ein individuelles Schlafbedürfnis zu haben. Dieses Schlafbedürfnis ist erreicht, wenn man morgens ausgeschlafen und ausgeruht aufstehen kann. Ist Letzteres nicht der Fall und leidet man unter Störungen der Einschlafbereitschaft oder ist die Fähigkeit zum nächtlichen Durchschlafen gestört, so dass der Schlaf durch häufige Wachphasen unterbrochen wird, spricht man von Schlafstörungen. Menschen mit Schlafstörungen erwachen morgens regelmäßig unausgeschlafen und unausgeruht.
2. Was sind die Ursachen von Schlafstörungen?
Vereinzelt auftretende Störungen des nächtlichen Schlafs sind in der Regel unproblematisch. Von Schlafstörungen spricht man, wenn sie regelmäßig und über längere Zeit auftreten.
Es gibt drei unterschiedliche Arten von Schlafstörungen: Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, vorzeitiges Erwachen.
Gründe für Schlafstörungen können vielfältiger Natur sein. Oftmals sind es rein äußere Einflüsse, wenn man z.B. in der Nähe eines Flugplatzes oder einer Bahnlinie wohnt. Hier helfen nur Schallschutzmaßnahmen oder letzten Endes ein Umzug.
"Innere Gründe" für Schlafstörungen können vielfältiger Natur sein: Seelische Probleme oder die Folge einer großen Anzahl von Erkrankungen unterschiedlicher Natur. Auch als Nebenwirkung von bestimmten Medikamenten sind Schlafstörungen bekannt.
3. Was kann man gegen Schlafstörungen tun?
Als wichtigste Regel gilt: Suche nach den Ursachen und Beseitigung. Dies ist noch relativ einfach, wenn es sich um äußere z.B. Lärmeinflüsse handelt. Schwieriger wird es in den Fällen, wo Schlafstörungen Symptom einer anderen Erkrankung sind. Die Suche und Behandlung der Grunderkrankung lohnt sich jedoch immer, nicht nur wegen der Schlafstörungen.
Sind die Schlafstörungen jedoch Folge von seelischen oder psychischen Problemen ist es oftmals nicht möglich, das auslösende Problem zu beseitigen. Hilfreich ist es jedoch hierbei, bestimmte Regeln der "Schlafhygiene" einzuhalten:
- Ausschalten von äußeren Störfaktoren, wie z.B. Lärm.
- Abdunkeln des Schlafzimmers.
- Kein Zwang, zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett zu gehen, sondern dann, wenn man müde ist.
- Vorbereitung auf den Schlaf durch beruhigende Tätigkeiten.
- Vor dem Schlafgehen keine großen Mahlzeiten und möglichst wenig Alkohol zu sich nehmen. Vermeidung von Kaffee, Tee oder Cola-Getränken.
Zur Unterstützung dieser Bemühungen gibt es rezeptfreie Arzneimittel zur Selbstmedikation, die bei Ein- und Durchschlafstörungen verwendet werden können. Es sind im wesentlichen dieselben, die auch bei Nervosität und Unruhezuständen Verwendung finden (siehe dort). Vorwiegend handelt es sich hierbei um pflanzliche Präparate, wie z.B. Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume, Lavendel, aber auch chemisch-synthetische Arzneimittel aus der Gruppe der Antihistaminika z.B. Diphenhydramin, Doxylamin.
4. Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Die rezeptfreien Arzneimittel zur Anwendung bei Ein- und Durchschlafstörungen sind im allgemeinen wirksam und gut verträglich. Risiken bei der Anwendung der meisten pflanzlichen Arzneimittel sind nicht bekannt. Nach neueren Erkenntnissen können hochdosierte Johanniskraut-Präparate mit bestimmten anderen Arzneimitteln in eine Wechselwirkung treten, so dass dadurch deren Wirksamkeit vermindert wird. Johanniskraut kann auch Ursache für eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut sein.
Antihistaminika sollen bei bestimmten Erkrankungen, wie z.B. erhöhtem Augeninnendruck, nicht angewendet werden. Auch bei rezeptfreien Arzneimitteln ist es wichtig, die Packungsbeilage stets ausführlich zu lesen. Bei Unklarheiten ist der Arzt oder Apotheker zu befragen.
5. Wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist immer dann angezeigt, wenn Schlafstörungen chronisch sind, das heißt, sehr lange anhalten. Darüber hinaus ist ein Arztbesuch notwendig, wenn die Schlafstörungen mit anderen Beschwerden, z.B. am Herzen, einhergehen oder wenn weitere seelische Probleme, z.B. Depressionen, dazu kommen. Auch Schlafstörungen während der Schwangerschaft oder Stillzeit sollten ärztlich abgeklärt werden.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Schlafstörungen gibt es auch in der Apotheke.