Rezeptfreie Medikamente bei Ohrenerkrankungen

Was sind Ohrenbeschwerden?

Unter Ohrenbeschwerden versteht man eine Vielzahl von unterschiedlichen Erkrankungen des Ohres. Dabei unterscheidet man insbesondere nach Lokalisation und Ursache.

Im äußeren Gehörgang, also von der Ohrmuschel bis zum Trommelfell kann es zu Entzündungen oder Verletzungen kommen.
Das Trommelfell kann durch Entzündungen oder Verletzungen geschädigt sein. Im inneren Gehörgang ist die bekannteste Erkrankung die sogenannte Mittelohrentzündung.

Wichtig ist: die meisten Erkrankungen im Bereich des Ohres gehören in die Hand des Arztes. Selbstmedikation sollte nur kurzfristig durchgeführt werden und auch nur dann, wenn keine stärkeren Beschwerden bestehen.

2. Was sind die Ursachen von Ohrenerkrankungen?
Das Ohr ist ein wichtiges Sinnesorgan. Bei gestörtem Hörvermögen ist eine Verständigung mit unseren Mitmenschen über die Sprache nicht möglich. Ein Patient muss deshalb allen Veränderungen im Ohrbereich größte Aufmerksamkeit schenken.

Äußerer Gehörgang
Eine relativ häufige Form der Erkrankung des äußeren Gehörgangs sind Entzündungen aufgrund von Verletzungen, die man sich selbst beim Reinigen der Ohren, z.B. durch unsachgemäßen Umgang mit Wattestäbchen beigebracht hat. Diese Entzündungen heilen oft von selbst wieder ab, man kann sie jedoch kurzfristig mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Ohrentropfen behandeln. Beim Reinigen der Ohren mit Wattestäbchen sollte man darauf achten, dass man nur den sichtbaren Bereich der Ohrmuschel reinigt und nicht versucht, den äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell ebenfalls zu reinigen. Die Haut im äußeren Gehörgang ist nämlich sehr empfindlich.

Trommelfell
Erkrankungen des Trommelfells können aufgrund von Verletzungen mit Fremdkörpern, die durch den äußeren Gehörgang eingebracht werden, entstehen. Bei Verdacht auf Trommelfellverletzung ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig. Weitere Schädigungen des Trommelfells können durch Luftdruckveränderungen z.B. bei einer Explosion oder beim Tauchen ausgelöst werden.

Innenohr
Über die Ohrtrompete steht das Mittelohr in Verbindung mit dem Nasen-Rachen-Raum und wird darüber "belüftet". Durch diesen Durchgang gibt es allerdings auch die Möglichkeit, dass die bei Erkältungskrankheiten im Nasen-Rachen-Raum befindlichen Bakterien oder Viren in den Bereich des Mittelohrs vordringen können. Insbesondere bei Schnupfen können die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums anschwellen, und - da auch die Ohrtrompete mit einer Schleimhaut ausgekleidet ist - kann durch Zuschwellen im Mittelohr ein abgeschlossener Raum entstehen, indem sich die Krankheitserreger besonders günstig vermehren können. Es kommt zu einer Mittelohrentzündung. Wenn dann bei diesem schmerzhaften entzündlichen Vorgang durch die Körperabwehr im Mittelohr Eiter entsteht, kommt es noch zusätzlich zu einem Druckgefühl, das außerordentlich schmerzhaft sein kann. Eine ärztliche Behandlung ist notwendig.

Eine (beginnende) Mittelohrentzündung hat typische Beschwerden: Das Ohr fühlt sich "voll" an. Hinzu kommt ein pulsierender Schmerz. Die Möglichkeit des Druckausgleichs über die Ohrtrompete ist unterbunden, dadurch kann die Hörfähigkeit leiden. Oftmals tritt auch Fieber auf.

3. Was kann man bei Ohrerkrankungen tun?
Die wichtigste Maßnahme für Ohrerkrankungen ist die Vorbeugung. Im äußeren Gehörgang sollten alle Maßnahmen, die zu einer starken mechanischen Beanspruchung führen, unterbleiben: Also Ohrmuschel vorsichtig reinigen. Am besten mit einem ölgetränkten Wattestäbchen. Bei aufgetretenen Verletzungen können antientzündliche und schmerzstillende Ohrentropfen verwendet werden.

Mittelohrentzündung
Als Vorbeugungsmaßnahme gegen Mittelohrentzündung ist darauf zu achten, dass bei Erkältungskrankheiten die Schleimhäute nicht so stark anschwellen, dass die Ohrtrompete verstopft ist. Hierzu sind Maßnahmen angeraten, die zur Schleimhautabschwellung beitragen, z.B. die Anwendung abschwellender Nasentropfen oder Sprays. Eine freie Ohrtrompete erkennt man daran, dass ein Druckausgleich möglich ist und die Hörfähigkeit nicht beeinträchtigt ist. Bahnt sich eine akute Mittelohrentzündung an, muss sie unbedingt vom Arzt behandelt werden.

4. Welche Medikamente helfen bei Ohrenerkrankungen?
Bei Ohrenschmerzen die im äußeren Gehörgang lokalisiert sind, können entzündungshemmende und schmerzlindernde Ohrentropfen verwendet werden.

Zur Vorbeugung von Mittelohrentzündung können bei Erkältung schleimhautabschwellende Nasentropfen bzw. Nasensprays verwendet werden, um die Ohrtrompete freizuhalten.
Alle darüber hinausgehenden Erkrankungen, wie z.B. Mittelohrentzündung, Verletzung des Trommelfells gehören in die Hand des Arztes. Bei Mittelohrentzündung sind Antibiotika die Mittel der Wahl.

5. Gibt es Risiken bei der Arzneimittel-Anwendung?
Die rezeptfreien Arzneimittel zur Anwendung bei Ohrenkrankheiten sind im allgemeinen wirksam und gut verträglich. Bei entzündungshemmenden und schmerzstillenden Ohrentropfen können in Einzelfällen allergische Erscheinungen auftreten.

Bei schleimhautabschwellenden Nasensprays muss das Dosierungsschema eingehalten werden, um eine Überdosierung zu vermeiden. Die Anwendung soll auf 5 bis 7 Tage beschränkt werden und die Packungsbeilage sollte man sorgfältig lesen. Das gilt auch für die vom Arzt verordneten Arzneimittel, z.B. Antibiotika.

6. Wann zum Arzt?
Ein Gang zum Arzt ist immer dann angeraten, wenn die Beschwerden als stark empfunden werden oder fremdartig sind. Dies gilt immer insbesondere dann, wenn Eiter aus dem Ohr läuft und wenn Verdacht auf Mittelohrentzündung besteht. Ein Arztbesuch ist auch angeraten, wenn sich eine Entzündung am äußeren Ohr ausbreitet oder wenn der Verdacht besteht, dass ein Fremdkörper im Gehörgang steckt.

Rezeptfreie Medikamente/Mittel bei Ohrenerkrankungen gibt es auch in der Apotheke.
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