Rezeptfreie Medikamente gegen Nervosität
Was sind Nervosität und Unruhe?
Nervosität und Unruhe können weit verbreitete Ursachen haben:
Stress, Überarbeitung, ein bevorstehendes wichtiges Ereignis z.B. Prüfungen, Heirat usw. Diese Ursachen können dazu führen, dass das vegetative Nervensystem, das die unbewussten Körperfunktionen steuert, aus dem Gleichgewicht gerät. Dadurch können für den Betroffenen als störend oder gar als krankhaft empfundene Befindlichkeits- und Funktionsstörungen einzelner Organe oder des ganzen Körpers auftreten.
Was sind die Ursachen von Nervosität und Unruhe?
Störungen im vegetativen Nervensystem, die nicht nur vereinzelt auftreten und auf die oben beschriebenen konkreten Ursachen zurückzuführen sind behandlungsbedürftig,
Wenn es ganz allgemein schwer fällt, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, wenn darüber hinaus einzelne Organe "überreagieren", z.B. wenn Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust, Atembeschwerden, Schweißausbrüche, Herzklopfen, Herzjagen, unregelmäßiger Monatszyklus oder verstärkte Menstruationsschmerzen auftreten, dann spricht man von allgemeiner Nervosität und innerer Unruhe.
Was kann man gegen Nervosität und Unruhe tun?
Ganz wichtig ist es:
Länger andauernde Nervosität und innere Unruhe müssen ernst genommen werden. Es hat keinen Sinn diesen "Hilfeschrei" des Körpers durch verstärkte Anstrengungen zu überdecken.
Richtig ist deshalb, Leistungsdruck abzubauen und darüber hinaus Ruhephasen im Tagesablauf einzuplanen. Diese Ruhephasen kann man durch Erlernen von Entspannungstechniken noch besser nutzen. Ausreichender Schlaf und angemessene sportliche Aktivität helfen dem Körper ebenfalls, zur Ruhe zu kommen. Darüber hinaus ist es angeraten, auf Genussgifte wie Alkohol und Nikotin zu verzichten.
Welche Medikamente helfen bei Nervosität und Unruhe?
Nervosität und Unruhe lassen sich sehr gut mit pflanzlichen Medikamenten behandeln. Die entsprechenden Heilpflanzen haben ein breites Wirkspektrum. In vielen Fällen helfen sie nicht nur bei nervöser Unruhe, sondern auch bei Schlafstörungen oder bei depressiven Verstimmungen.
- Baldrian (Valeriana officinalis):
Baldrian wirkt entspannend, beruhigend und schlaffördernd (in höherer Dosierung, am Abend eingenommen). Für medizinische Zwecke verwendet man die Wurzeln. Die Extrakte können als Dragees, Tabletten, Tropfen oder Tee eingenommen werden. - Hopfen (Humulus lupulus):
Hopfen wirkt ebenfalls beruhigend und leicht schlaffördernd. Für die Herstellung von Medikamenten verwendet man die so genannten Hopfenzapfen, die weiblichen Blütenstände des Hopfens. - Johanniskraut (Hypericum perforatum):
Johanniskraut hilft bei nervösen Unruhezuständen. Es wird auch bei leichten bis mittelschweren vorübergehenden depressiven Störungen eingesetzt. Johanniskrautpräparate sind bei fachgerechter Einnahme gut verträglich. Sie können jedoch die Wirkung einiger Medikamente beeinträchtigen. Berücksichtigen Sie dies, wenn Sie regelmäßig andere Medikamente einnehmen. - Melisse (Melissa officinalis):
Melisse wirkt leicht beruhigend, aber auch krampflösend. Für medizinische Zwecke werden die Blätter der Pflanze verwendet. In Fertigpräparaten gegen Nervosität und Unruhe wird Melisse häufig mit Baldrian kombiniert. Sie kommt nicht nur bei Unruhezuständen, sondern auch bei nervösen Magen-Darm-Störungen zum Einsatz. - Passionsblume (Passiflora incarnata):
Passionsblume wirkt ähnlich wie Melisse leicht beruhigend und krampflösend. Zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet man das Kraut. Passionsblume wird bei nervösen Störungen bevorzugt in Kombination mit anderen pflanzlichen Stoffen eingesetzt.
Gibt es Risiken bei der Arzneimittelanwendung?
Die rezeptfreien Medikamente/Mittel zur Anwendung bei Nervosität und Unruhezuständen sind im allgemeinen wirksam und gut verträglich.
Risiken der pflanzlichen Arzneimittel sind bis zum heutigen Zeitpunkt nicht bekannt. Einzig bei Johanniskraut steigt bei längerer Anwendung die Lichtempfindlichkeit der Haut, in höherer Dosierung sind in neueren Untersuchungen Wechselwirkungen mit anderen (verschreibungspflichtigen) Arzneimitteln bekannt geworden, die sich in einer Wirkungsverminderung von z.B. Digoxin, Ciclosporin, Phenprocumon äußern.
Wann zum Arzt? Ein Arzt ist immer dann aufzusuchen, wenn die Selbstmedikation mit rezeptfreien Arzneimitteln bei Nervosität und Unruhe nach einiger Zeit, ca. zwei Wochen, nicht zum Erfolg führt. Weiterhin sollte der Arzt aufgesucht werden, wenn starke körperliche Beschwerden oder Funktionsstörungen einzelner Organe auftreten.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel gegen Nervosität gibt es auch in der Apotheke.