Rezeptfreie Medikamente bei Augenerkrankungen
1. Was sind Augenerkrankungen?
Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan, gleichzeitig zählen sie zu den besonders empfindlichen Organen.
Mit wenigen Ausnahmen gehören Augenerkrankungen immer in die Hand des Arztes, weil bei Augenerkrankungen, die die Sehfähigkeit des Auges beeinträchtigen können, rechtzeitig eingegriffen werden muss.
Zu leichteren Erkrankungen, die der Selbstmedikation zugänglich sind, gehören u.a. die Bindehautentzündung und das sogenannte "trockene Auge".
Was ist eine Bindehautentzündung? Was ist ein "trockenes Auge"?
Die Bindehaut ist eine elastische und flexible membranartige Haut, die den gesamten Augapfel überzieht, das Augenlid von innen auskleidet und die an den Rändern mit der Kopfhaut verwachsen ist. Sie dichtet also das Auge quasi nach außen ab. Um die Augäpfel vor dem Austrocknen zu schützen, enthält die Bindehaut zahlreiche Drüsen, die Tränenflüssigkeit und Schleim produzieren. Dadurch wird das Auge feucht gehalten. Auch Fremdkörper können so durch den Lidschlag leichter aus dem Auge entfernt werden.
Durch äußere Einflüsse, z.B. Licht, Rauch, Zugluft oder mechanische Einwirkung kann sich die Bindehaut entzünden. Diese Entzündung zeigt sich durch Rötung, Schwellung, Schmerz. Die durch die Entzündung hervorgerufene Funktionsbeeinträchtigung der Drüsen führt zu einer weiteren Verschlechterung der Situation.
Der Augapfel muss ständig feucht gehalten und vor dem Austrocknen geschützt werden. Der Feuchtigkeitsfilm wird von den in der Bindehaut liegenden Drüsen selbst produziert.
Durch bestimmte äußere Einflüsse, z.B. Staub, Klimaanlage, trockene Raumluft, Zugluft kann es zu einem beschleunigten Abtrocknen des Feuchtigkeitsfilms kommen.
Die Einnahme bestimmter Medikamente, z.B. Betablocker, oder eine hormonelle Veränderung, insbesondere bei älteren Frauen, kann zu einer Verminderung der Produktion der Tränenflüssigkeit führen.
In beiden Fällen kann sich der Mangel an Tränenflüssigkeit durch brennende Augen bemerkbar machen. Hinzu kommt ein stumpfes, raues Gefühl. Dies wird häufig als eine Art Fremdkörper empfunden. Wird dieses "trockene Auge" nicht behandelt, steigt die Gefahr für eine Bindehautentzündung.
2. Was kann man bei einer Bindehautentzündung und "trockenem Auge" tun?
Wichtige Methoden bestehen zunächst in der Vorbeugung.
Damit es nicht zu einem "trockenen Auge" kommt, sollte die Luft in den Arbeits- und Lebensräumen ausreichend befeuchtet sein. Zugluft ist zu meiden, ebenso eine starke Sonneneinstrahlung (Sonnenbrille mit ausreichendem Lichtschutzfaktor). Ebenso sollte ein Aufenthalt in staubiger Umgebung vermieden werden.
Darüber hinaus gibt es rezeptfreie Augentropfen, sogenannte "künstliche Tränen". Diese enthalten Stoffe wie z.B. Dextrane, Polyvidon, Polyvinylalkohol, Dexpanthenol und Vitamine, die sowohl die Haut und die Schleimhaut pflegen und darüber hinaus die Feuchtigkeit im Auge binden, damit sie nicht so schnell abtrocknet bzw. ausgeschwemmt wird.
Zur Vorbeugung einer Bindehautentzündung gelten folgende Regeln:
- Sonne und grelles Licht vermeiden (Sonnenbrille tragen).
- Räume mit belasteter oder verunreinigter Luft (Zigarettenrauch) meiden.
- Keine Zugluft.
- Beim Schwimmen im Schwimmbad eine Schwimmbrille tragen.
- Verwendung von Einmalwaschlappen und Einmalhandtüchern bei der Gesichtsreinigung.
- Nicht die Augen reiben, auch wenn es juckt oder schmerzt.
- Bei Allergikern, also Menschen die z.B. unter Heuschnupfen leiden, kann die Bindehautentzündung auch durch Allergien ausgelöst werden. Hier empfiehlt sich den Allergieauslöser, z.B. Tierhaare, zu meiden.
3. Welche Medikamente können bei Bindehautentzündung verwendet werden?
Für die Behandlung einer Bindehautentzündung gibt es Augentropfen oder Augensalbe mit verschiedenen Wirkstoffen. Häufig verwendet werden sogenannte Vasakonstriktoren (Stoffe, die das Zusammenziehen der Blutgefäße bewirken), Antihistaminika (antiallergische Wirkstoffe) oder Lokalanästhetika (örtliche betäubende Wirkstoffe). Diese Präparate verengen die Blutgefäße und verringern auf diese Weise die Entzündungsprozesse. Sie wirken abschwellend, mindern den Juckreiz, lindern den Schmerz und das Tränen der Augen.
Rezeptfreie Arzneimittel, die diese Stoffe enthalten, können zur kurzfristigen Anwendung in der Selbstmedikation verwendet werden.
Augentropfen und Augensalben sind steril hergestellt, um den besonderen Hygienebedingungen am Auge gerecht zu werden. Nach Anbruch sollten die Präparate deshalb nur einen Monat lang verwendet werden.
Wie auch bei Nasentropfen dürfen Patienten Augenpräparate nicht untereinander austauschen, sondern jeder Patient braucht sein eigenes Fläschchen oder Tübchen.
4. Welche Risiken von Arzneimitteln sind zu berücksichtigen?
Rezeptfreie Arzneimittel zur Selbstmedikation sind im allgemeinen gut verträglich. Überdosierungen sind zu vermeiden. In einzelnen Fällen kann es durch die Inhaltsstoffe zu allergischen Reaktionen kommen. Dann ist das Präparat abzusetzen. Die Empfehlungen der Packungsbeilage sollten genau beachtet werden.
5. Wann zum Arzt?
Da die Augen unser wichtigstes Sinnesorgan sind, sollte bei allen unklaren Beschwerden der Arzt aufgesucht werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Auge stark schmerzt, wenn der Verdacht auf eine Infektion besteht, wenn Sehstörungen auftreten.
Der Arzt sollte auch dann aufgesucht werden, wenn die Selbstmedikation bei einer Bindehautentzündung nicht nach wenigen Tagen zum Abklingen der Beschwerden führt.
Rezeptfreie Medikamente/Mittel bei Augenerkrankungen gibt es auch in der Apotheke.